Die Kinder verfügen über eine überschäumende Vitalität, sind wild und entfesselt und verlangen ständig nach Wiederholung des Gleichen. Das Spiel, das Lied, die Geschichte – es wird erst wahr in seiner vollkommenen, unerschütterlichen Reproduktion. Die Erwachsenen sind aber nicht kräftig genug und verfügen nicht die Kraft und die Geduld der Wiederholung. Dabei ist dies eine pädagogische Notwendigkeit, denn die Kinder sehen in der Wiederholung keine Redundanz, sondern einen unendlichen, rhythmischen Atemzug, den die kindliche Seele zur Nährung braucht.
Die Erwachsenen können jedoch über die Eintönigkeit nicht frohlocken. Ihre Gelenke knirschen unter der Last des Gestern und ihr Geist sehnt sich nach der Abwechslung, nach dem Horizont, der sich verschiebt. Sie sehen in der Wiederholung die Eintönigkeit, das kleine, graue Gefängnis, das jeden Schwung erstickt. Sie sind nicht unwillig, nur nicht kräftig genug für die unendliche Geschichte, die es zu erzählen gälte. Dabei liegt in dieser ständigen Reiteration die pädagogische Notwendigkeit, das Gesetz des Werdens. Die Wiederholung ist das Netz, das die flüchtige Erfahrung einfängt und zur Gewissheit webt; sie ist der Grundklang, auf dem das Kind seine Welt erbaut. Die Kleinen wissen instinktiv, dass die Wahrheit erst im hundertsten Durchlauf ihre volle, feste Form annimmt. Sie sind wie Wissenschaftler, deren Experimente iterativ reproduzierbar sein müssen, um das Wesen und die Gesetzmäßigkeiten der Natur zu erkennen. Iteration bedeutet statistische Gewissheit.
Die Kinder verfügen über eine überschäumende Vitalität, sind wild und entfesselt und verlangen ständig nach Wiederholung des Gleichen. Das Spiel, das Lied, die Geschichte – es wird erst wahr in seiner vollkommenen, unerschütterlichen Reproduktion. Die Erwachsenen sind aber nicht kräftig genug und verfügen nicht die Kraft und die Geduld der Wiederholung. Dabei ist dies eine pädagogische Notwendigkeit, denn die Kinder sehen in der Wiederholung keine Redundanz, sondern einen unendlichen, rhythmischen Atemzug, den die kindliche Seele zur Nährung braucht.
Die Erwachsenen können jedoch über die Eintönigkeit nicht frohlocken. Ihre Gelenke knirschen unter der Last des Gestern und ihr Geist sehnt sich nach der Abwechslung, nach dem Horizont, der sich verschiebt. Sie sehen in der Wiederholung die Eintönigkeit, das kleine, graue Gefängnis, das jeden Schwung erstickt. Sie sind nicht unwillig, nur nicht kräftig genug für die unendliche Geschichte, die es zu erzählen gälte. Dabei liegt in dieser ständigen Reiteration die pädagogische Notwendigkeit, das Gesetz des Werdens. Die Wiederholung ist das Netz, das die flüchtige Erfahrung einfängt und zur Gewissheit webt; sie ist der Grundklang, auf dem das Kind seine Welt erbaut. Die Kleinen wissen instinktiv, dass die Wahrheit erst im hundertsten Durchlauf ihre volle, feste Form annimmt. Sie sind wie Wissenschaftler, deren Experimente iterativ reproduzierbar sein müssen, um das Wesen und die Gesetzmäßigkeiten der Natur zu erkennen. Iteration bedeutet statistische Gewissheit.
Der Kreis ist jedoch die schönste Monotonie. Viel schöner als die Monotonie des Pendels, die in sich Bipolarität trägt, ein unaufhörliches Ja und Nein, ein krankhaftes Entweder-Oder, das nie zur Ruhe kommt. Der Kreis kennt diesen Konflikt nicht; er ist die stete, verlässliche Wiederkehr des Gleichen, in der die Gewissheit Zarathustras wohnt.
Wiederholungen und Reprisen erregen im prosaischen Diskurs negative Aspekte. Das Gesagte soll nicht nochmals gesagt werden. Ansonsten gibt es gleich den nervigen Generalverdacht der Demenz. Der Diskurs muss voranschreiten, darf nicht stehen bleiben und sollte eine Absicht haben, einen dialektischen Fortschritt besitzen.
Der Logos ächtet das nochmal Gesagte aufs Schärfste. Es ist eine ungnädige Ökonomie, diese lineare Logik, die das Geheimnis des Kindes, die Magie des Kreises, nicht entschlüsseln kann: dass die Wahrheit nicht im Fortschritt, sondern in der Verweigerung des Endes liegt. Sie hat das Vertrauen in die Monotonie verloren, die nicht lähmt, sondern hält.
