{"id":74517,"date":"2022-03-16T06:43:11","date_gmt":"2022-03-16T05:43:11","guid":{"rendered":"https:\/\/herbstzeitlos.ink\/?p=74517"},"modified":"2022-04-01T16:15:57","modified_gmt":"2022-04-01T14:15:57","slug":"das-verstummen-des-kosmischen-hintergrundrauschens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herbstzeitlos.ink\/?p=74517","title":{"rendered":"Das Verstummen des kosmischen Hintergrundrauschens"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: large;\">Wenn die Karneolen der untergehenden Sonne von den orangen Leuchten aus Natrium abgel\u00f6st werden, im feurig rotem Sonnenuntergang abgelebter Tage, im Geschwel der Industriegebiete und an den braungedunkelten Autobahnen, finden sich die Natriumlinien als best\u00e4ndiger St\u00f6rfaktor in ihren Spektroskopien, wenn sie durch die kullernden Prismen der Traurigkeit in den Raum blicken um die Elemente der Sterne zu bestimmen. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: large;\">Lichtverschmutzung des Regenbogens im Dasein niegewesener N\u00e4chte, als Zeichen, dass du immer nicht kamst in offener Nacht, vergeblicher Hoffnung in sternischer Sehnsucht des Weltalls. Und die Planeten wehen im Schwung der Ellipsen wiederkommend und vor\u00fcber. Die Wolke die den Stern verdeckte, der vorher noch war, verk\u00f6rpert das gro\u00dfe dunkle Nichtmehrsein der Welt in ausatmender Hinnahme aller Verg\u00e4nglichkeit. Der Glaube an die N\u00e4chte und das Sehen der Sterne wirkt wie Nadelstiche der Injektion kosmischer Entfernungen, die jede Ontologie durchstechen und ihrer Makromentalit\u00e4t gen\u00fcge tun. Sie leben in ihren Makrokosmen aus Gro\u00dftuerei und zerst\u00f6ren das mikroskopisch Kleine. Das Interesse an den Randerscheinungen n\u00e4chst der Nacht f\u00fcr Leere und Abwesenheit, die die R\u00e4ume zwischen den Sternen, diese losen Lichter, verformen, zu L\u00fccken und Hohlr\u00e4umen, konstruiert durch meinem Kopf, kreiiert in meiner kleinen terrestrischen Fig\u00fcrlichkeit, wie ein Spiegel ohne Rahmen als letzte \u00fcberlebende Sternzeichen. Auf der Suche nach Antiformen, die zwischen den Sternen in den Leerr\u00e4umen klaffen, wie Wunder und Wunden, der Negativbilder die in den Zwischenr\u00e4umen liegen, dem weltlich Starrem widersprechen und dadurch umso gef\u00e4hrdeter sind als die klaren Strukturen und Formen der Alltagswelt, die schreien und laut sind, wie aus tausend und einem Tag als Sucht des Tats\u00e4chlichen. In diesen Betrachtungen legt sich ein St\u00fcck Ewigkeit in meine Brust und die Himmel im Inneren nehmen zu, der Wolken wegen. Der Mond steht schon am Himmel, bis ihn die Nacht erschl\u00e4gt. Der Blick schweift in das Dorf, wo alle H\u00e4user schon kauern und Fremd ist, was deine Augen fragen, w\u00e4hrend du um Mitternacht den Boden der Tatsachen k\u00fcsstest. Die feindlichen H\u00e4user verk\u00f6rpern die Kindheit als Todesursache und jeder hat sein Land und jeder hat seinen Schmerz, der von der Seinsverfehlung zehrt. Jeder hat sein Symptom, das aus der Verdr\u00e4ngung in den Vordergrund dr\u00e4ngt und Dinge, die nichts bedeuten, fangen pl\u00f6tzlich an etwas zu bedeuten. Die Vergangenheit dringt in die Gegenwart ein und die retroaktive Kausalit\u00e4t bildet die Wunde akkumulierter Verdr\u00e4ngungen. Die Wunde, entstanden durch die Hervorbringung der Vergangenheit, unterwandert jegliche Vitalit\u00e4t und Lebenssubstanz. Und wenn man nicht gleich weg geht, so kann man irgendwann \u00fcberhaupt nicht mehr weggehen und bleibt stecken im klaren Denken durch M\u00fcnchhausens Morast, ihrer flachen Philosophismen. Geistesmenschen und Geisteskrankheiten, eine Kombination, die im b\u00e4uerlichen Mileau und im Kleinb\u00fcrgertum notwendiger Weise auftreten muss. Die Allt\u00e4glichkeit in ihren Arbeits- und Feiertagswelten gibt ihnen die Rhythmik der Lebenswelt wieder, geborgen in der Zivilit\u00e4t und Domestikation, in der habitualisierten Technik und der Konzentration auf das Lebensdringliche, mit gleichzeitiger Einsparung von Aufmerksamkeit f\u00fcr Unwichtiges, das nur dein Leben hemmt und \u00fcbers\u00e4ttigt. Man braucht das Leben nicht auszuspinnen und kann es auch gew\u00e4hren lassen. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: large;\">Die Nacht aus Traum und Tau die mir zeigt kein Ziel, im Schlaf der niemals geschlafen wird. Und weil die Sterne alles sind, bin ich ganz alleine. Und die Nacht wird immer genauer an des Himmels W\u00f6lbung voller Gleichmut, aus der ich trunken den letzten Neigerest des zinnernen Bechers leere, bis ich Nacht und Mond genug in mir habe. Und \u00fcber dem Schwarm an Stunden h\u00fcllt der Nebel mich ein. Und alle Dinge fingen an zu bedeuten. Wenn du es nicht sehen kannst, dann blicke in die Nacht. Sieh wie die Nacht sich muldet und h\u00f6hlt. Es ist als ob ich jedes Licht verl\u00f6re und alles wonach ich lange ist Angst. Und der Hundsstern leuchtet hell, damals als die W\u00f6lfe den Mond verschlangen. Und die Allbewohnbarkeit des Universums ist eine gro\u00dfe L\u00fcge. Das Leid machte mich erwachsen und jeder Verzicht macht sichtbar meinen Besitz. Jeder Nadelstich der Sterne atmet mit seinem Licht die Luft auf, in meiner beweisstarrenden Bastion und das Licht sammelt sich wie das ru\u00dfige Dunkel und macht mich klein als w\u00e4re jedes Licht gelogen. Und das Licht hat pl\u00f6tzlich mein Ich verzehrt. Die Erde ist menschenm\u00e4\u00dfiger, das Universum menschenunm\u00e4\u00dfiger. Epidermis der Bilder, die wie der Firnis die Farben verschlie\u00dft. Verschlossen in der Dunkelheit ern\u00e4hrtest du dich ein Leben lang vom Schwarz und vom Wei\u00df. Das Oxymoron der vierundzwanzig Stunden, in denen Tag war und Nacht wird, in der letzten manich\u00e4ischen Trennung von Licht und Dunkelheit, wurde zum Rhythmus deines Lebens und zur pessimistischen Verschmutzung deiner Augen, wenn du die N\u00e4chte zu Ende w\u00e4lztest, um auf geerdeter Erde wiederzuerwachen, w\u00e4hrend das Stehen zu Liegen wurde, im Ultraviolett der bulimischen Sonne inmitten des zeittypischen Schwulstes. Die Kalendarisierung der Zeit ist in vollem Gange und das Bestreben wird erkennbar, all die periodischen Vorgaben der Natur abzubilden und einzuhalten. Die Jahreszeiten zeigen die Unterwerfung des Menschen unter Sonnenlauf, Mondphasen, Sternbildern und Wendepunkten auf, um die Zeitlichkeit bis ins tiefste ihres Wesens zu verinnerlichen und sich der Faktizit\u00e4t sakraler und imperialer Einh\u00fcllungen zu unterwerfen. Die Welt war schon da, als der Mensch erwachte und blieb auch da, wenn der Mensch einschlief. Kein Bewusstsein belehrt uns \u00fcber Geburt und Tod unmittelbar. Wir erinnern uns nicht an den Anfang, den wir im Bewusstsein nahmen und k\u00f6nnen kein Ende erwarten, das wir im Bewusstsein erleben k\u00f6nnten. Nur intersubjektiv k\u00f6nnen wir uns ein Bild von der Geburt und dem Tod machen. Und so produziert sich jedes Bewusstsein seine Zeit selbst, die Natalit\u00e4t und Mortalit\u00e4t als rigorose Chronologie gebiert. Lang atmen wir die N\u00e4chte tief, mit dem dunklen, sanften Windhauch aus dem Landesinneren, w\u00e4hrend schwer sich die Wolken \u00fcber den Bergen lagern, wie unsere Sorgen, die es nicht gibt, wie sie sagen. Wir halten die Zeit der V\u00e4ter in unseren H\u00e4nden und ihr \u00fcbersterntes Gef\u00fcrcht gl\u00e4nzt im Gezweig unserer Gedanken. Die D\u00e4mmerung treibt die morgentliche Landschaft voran und wir sehen die Sonne immer weiter und ferner aufgehen. Kalt und unzeitig der Mond. Ein Erdhauch aus der Vorwelt der Ahnen und deine H\u00e4nde ergriffen tr\u00e4umerisch den Schlaf der Vergessenheit. Finsternis, wer hier lebt und wo bleibt Sonne und Wollen?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: large;\">Residualn\u00e4he zur Erde w\u00e4hrend die gotischen Kathedralen ihre schmalen H\u00e4nde betend in den Himmel halten und ihre Hallen dem L\u00e4rm g\u00fcnstig geneigt sind, deswegen die absolute Stille niemals erreicht wird und nur die Kirchen leise reden. Sursum corda, empor die Herzen, als Dogma ihrer Vorliebe zur H\u00f6he und dem Himmel. Es ist so still, dass man das Schweigen h\u00f6rt. Die Einsamkeit schwieg euch nie, so seit auch ihr nicht still. Oh stilles Welterbringen im \u00dcbergewicht der Stille, in deinen aufs \u00c4u\u00dferste, vollkommen leerger\u00e4umten R\u00e4umen, dem Gehirn alles entzogen. Der Kopf ist so schwer wie die Menschheit selbst und dein Wille ist der Wille zur Stille. Stille ist, wenn sich die Materie nicht bewegt und die Beharrlichkeit der Materie in den Vordergrund r\u00fcckt. Stille ist K\u00e4lte, dort am absoluten Nullpunkt, wo sich die Materie nicht mehr reibt und die Zikaden der Atome verstummen, in der Verkrustung des Gefrorenen. Und Stille und K\u00e4lte sind eins, denn leise rieselt der Schnee und verk\u00f6rpert die thermodynamische Akustik. Gehirnerstickung durch Schneewittchens Narkose ihrer M\u00e4dchenchirurgien und in der Blutbahn feine Embolusklumpen als Fremdk\u00f6rper im K\u00f6rper. Der Schrei verbrennt die Umgebung und am Anfang war der Schrei. Der Urknall war Hitze und Schrei zu gleich und das Leben beginnt mit einem Schrei, der die Lebenshitze aufflammen l\u00e4sst und Materie bewegt. Sie sammeln humanes Choriongonadotropin wie Gl\u00fcckselexier in ihren Fl\u00e4schchen. Und das Glas verr\u00e4t den Inhalt. Verdankt man die Geburt dem Menschen oder der Natur? Und am Anfang war der Schrei und der Ursprung namenloser Tr\u00e4nen, verkommen zum l\u00e4ngsten Schmerz, damals, als uns die Kinder allm\u00e4hlich verdr\u00e4ngten. Das Aufflammen der Luft, die der Schrei impr\u00e4gniert, wie beim existentiellen Schrei Edmunds Munch, durch die Sonne betrogen, sie scheint nicht mehr. Sie scheint nie mehr. Ekpyrosis, der Weltenbrand, der die psychisch Kranken versengt und in die Enge treibt. Ingeborg Bachmanns Schrei, der sie verbrennen lies im Krankenhaus, da ihre medikament\u00f6se Therapie chiffriert blieb, dort auf der anderen Seite der Stimme, die sich euch abkehrt und nicht mehr klingt. Hyperthermie in den tiefen Strukturen des Hypothalamus, zerr\u00fcttet im Schmerz der Enzugssymptome. Selbst Immolation in den Tiefen des Gehirns, erglimmend durch den Kataklysmus des Augusts. Und sie verbrannte zweifach und jede Krankheit ist so dunkel wie das Leben selbst, wirr von \u00fcberreichlichem Schlaf. Schmal zersto\u00dfenes Glas aus deinen Tr\u00e4nen an die Brandst\u00e4tte gelegt deiner Sommer, eine Aschespur. Vielzu leise war unsere Rede, ein Feuer gefallen zur Nacht. Das Feuer ern\u00e4hrt sich immerzu vom Externen und kann nicht alleine aus sich selbst heraus brennen. Es verzehrt Umliegendes und verwandelt die Ausgangsstoffe zu neuen kathartischen Aggregaten. Das ewige Feuer Zarathustras brennt immernoch als Verm\u00e4chtnis l\u00e4ngst vergangener Zeiten, als die Trickstergestalten aller Mythen den G\u00f6ttern das Feuer entwendet haben. So sammle den Funkenflug mit deinen H\u00e4nden ein und ber\u00fchre achtsam die Zacken des Blitzes des Zeus. Den Abend f\u00e4rbte der Regen, der uns das Fallen lehrt und die ausgewitterten Tropfen schmeckten wie verbrannte Erde. Mein unendliches Caravaggiolicht, mein glanzloses, an die R\u00e4nder unserer Leben geschrieben, blendest du die Kinder wie damals im August, der sich bis in den Winter zog, durchgl\u00fcht von der Sonne des Mittags. W\u00e4re das Immunsystem so defizit\u00e4r wie das psychische System, so w\u00e4re man dauerhaft krank. Doch beeinflusst die psychische Verfassung auch indirekt das Immunsystem und bringt somatische Krankheiten zutage, weswegen man tats\u00e4chlich andauernd krank ist. Neuropeptide, die an den Immunzellen andocken und die Makrophagen beeinflussen und Antidepressiva, die besser wirken als ein Antibiotikum und Antibiotika, die wie Antidepressiva wirken, in der Supression der Interleukine. Und so winden sich die Krankheitssymptome und treten im doppelten Sinn zutage, wie das Haupt des Janus, dem Gott von Anfang und Ende im siamesischen Geflecht von Psyche und Soma. Und jede Existenz ist ein Milderungsgrund, jede Existenz eine Kompensation, zeitlebens. Und da dir jede Geistesnaivit\u00e4t verwehrt ist, so ist dir auch jede K\u00f6rpernaivit\u00e4t verwehrt und alles wird anankastisch ernst, im Erkennen ohne Handeln zu k\u00f6nnen. In dir zittert das erwollte Bed\u00fcrfnis zu fliehn nach einem fernen Irgendwo, wo du am Aufgang des Vormorgens blass wurdest nach geleisteter Nacht. Und immer geht einer davon, schaut nicht zur\u00fcck, kein Winken folgt ihm, nur die Finsternis redet ihm nach. Ich hab in meinen Lungen die unaufh\u00f6rliche Ferne und singe Strophen aus nichts als Wind. Ihr lerntet zu Leben und ich zu schweben. Depression als Gewohnheit, Ungl\u00fcck als Gewohnheit. Fernab und vollstes Unverst\u00e4ndnis, diejenigen, die in ihr Leben beben. Du bemerkst alles, sie bemerken nichts. Und du lerntest alle L\u00e4nder zu fl\u00fcchten, denn das Land ist zu allem bereit. Das Hiersein ist schon viel und ich kompliziere und verr\u00fccke immer mehr. Die gro\u00dfe Einsamkeit beginnt und die Tage werden taub. Du tr\u00e4gst die Ferne auf den Schultern, w\u00e4hrend deine \u00fcberalten Schritte unbemerkt vertropften. Wenn man alleine ist versp\u00fcrt man das Bed\u00fcrfnis zu reden, wenn man in Gesellschaft ist, das zu schweigen. Die Anteilnahme an der Welt nimmt st\u00e4ndig ab, die Menschen interessieren mich nicht mehr und auch nicht die Natur. Die Beanspruchung der Menschheit im ganzen vermeidest du immer mehr. Die Welt neigt sich vermehrt zu Alter und Vergehen. Verhei\u00dfe mir die Fernen ohne Ma\u00df und ohne Ziel, denn die Heimat ist seit langem nur mehr ein Gef\u00fchl. Die Welt setzt sich immer mehr aus H\u00e4sslichkeiten zusammen. D\u00f6rfer, wie will ich noch leben? In der Ferne wei\u00df ich endlos rinnender Himmel Glanz. Mit hellen Augen redete ich, ich stand und am R\u00fccken das Dorf. Und alles Leben wird gelebt. Sie segnen dich wie tot. Ich bin so tief, dass ich kein Ende sehe und alles wurde N\u00e4he und alle N\u00e4he zu Stein. Ich werde kommen vom Gerede der Gesellschaft m\u00fcde, werde stehen auf den H\u00e4ngen, h\u00f6ren nach einem Ruf und den Ton suchen im zitternden Mund und sagen: es ist ganz leicht. Das vertiefte Blut pocht in meinen Schl\u00e4fen, auf denen Irrsinn f\u00e4llt. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: large;\">Lass uns schlafen und h\u00f6ren nicht die Sterne und alle Stimmen im Finsteren, nur das Blut, wie es f\u00e4llt und zur\u00fccksinkt mit rotger\u00e4nderten, schw\u00e4rzlichen Bl\u00e4ttern unter das Herz. Luftleeres Blut der Venen das wie Sinn im K\u00f6rper zirkuliert und auf die erneute S\u00e4ttigung wartet, zentripetal str\u00f6mend Richtung Herz, entgegen der Gravitation in den unteren Extremit\u00e4ten, richtungsweisend durch die Venenklappen, die den R\u00fcckfluss verhindern, wie \u00d6l im Wasser nach oben steigend. Sauerstoff, S\u00fc\u00dfstoff.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: large;\">Blau schimmernd, subkutan. Blaublut wie der Saft der Heidelbeeren, verschmiert auf ihren Lippen, wie das Methadon der Gro\u00dfst\u00e4dter. Dunkel der Schw\u00e4ne Ruf, eine Feder wei\u00df, f\u00e4llt auf dich zu. Schreibe mir Briefe mit Beerenblut, die tiefer sind als Tinte. Schreibe deinen Namen an den Himmel aus Feuer, in das Schweigen des hei\u00dfesten Tages. Und aus unz\u00e4hligen Nachrichten an nur einem Tag, wurde eine einzige Nachricht an unz\u00e4hligen Tagen. Du kommst uns hell zu machen, doch die D\u00e4mmerung h\u00e4lt mir milder bereit die Welt. Der Tag zerdehnt sich und dauert alles was er kann und entgegen steht dein Vermeidungsakt, als Aufstand der sekund\u00e4ren Welt eines einzig gro\u00dfen defizit\u00e4ren Jetztzustands. Die Jahre zerren uns hinaus und zittern in der dumpfigen Zeit. Und die Zeit erkl\u00e4rt, was wir nicht erkl\u00e4ren k\u00f6nnen. Erz\u00e4hle mir von den alten Mythen und Legenden, die nur in der Ferne ihren Mythos beibehalten. Nur in der Ferne bleibt der Mythos unverst\u00e4ndlich und deswegen umso mythischer. Je n\u00e4her er sich dem Ursprung n\u00e4hert, dem er entsprungen ist, desto verst\u00e4ndlicher und weniger mythisch wird er. Mythen leben von der \u00f6rtlichen und zeitlichen Ferne und der st\u00e4ndigen Bedrohung in Vergessenheit zu geraten. Und ich t\u00f6ne dar\u00fcber hinaus und die Klage ist wenn schon, ein Vorwurf gegen euch, von denen ich keinen einzigen kenne. Oh aufgelehnte Welt voll Weigerungen, jedes mal wenn ein Nein gesagt wird, stirbt irgendwo ein Muss. Und tief ist die Kluft aller Kann- und Musszeiten. Das Leben hat keinen Sinn mehr, aber unz\u00e4hlige Sinne. Und jede Frage, die sie stellen ist eine Falle, so wie jede Antwort eine Falle ist. Und die wichtigsten Fragen werden nicht gestellt. Die Glocken l\u00e4uten Sehnsucht nach tief sehnendem Erh\u00f6renwollen und es fallen die Stunden. Sie schlagen einmal, einmal, einmal, aber ich z\u00e4hlte zu sp\u00e4t. Das ist der Klang, der meine Tage ist, zu k\u00fcndigen Morgens, Mittags und Abends. Ich bin, der keiner war. Im Abendgeleucht, nur mehr verg\u00e4ngliche M\u00fchen aus Staub und dein R\u00fcckruf menschlicher Voreiligkeit. Es ist der Klang der klar verlangt zwischen den Tagen und N\u00e4chten in denen die Schwarzschwestern in den Kl\u00f6stern leben. Die Gr\u00e4ber erz\u00e4hlen derweil vom Leben und jagten sie wieder zur\u00fcck in die Heiligkeit. Die Krypta des Mundes, in denen die Sprachen flie\u00dfen, verk\u00fcnden die Heiligkeit ihrer Selbst. Es ging das Gerede, wie Wasser gleich, doch du schweigst, doch du schweigst immer. Dein Schweigen wurde fehlgedeutet. Derweil treibt sie das psychotische Jerusalemsyndrom in die heilige Stadt, wo sie in ihrer vermeindlichen Identifikation mit biblischen Figuren leben, um vehement ihre Heiligkeit zu erreichen. Sie waren von sich selbst \u00fcberzeugt Heilige zu sein, denn alles Heilige ist psychotisch. Du wolltest mich f\u00fchren in tiefstes Gr\u00fcn, in den W\u00e4ldern wo die Heiligen in B\u00e4umen leben und die kahlen \u00c4ste den Boden \u00fcbergittern. H\u00f6r mich gehen, du bleibst. Und umso weiter du in die Natur drangst desto mehr stelltest du Fragen, die nicht beantwortet werden k\u00f6nnen. Der Vogel am Himmel, ein schwankendes Zeichen dem Himmel alt. Das Abendgr\u00fcn im Abendrot s\u00e4ttigt saftig den vollendeten Tag und im Herbst dann, das Gelbwerden und welken der Bl\u00e4tter, das das Chlorophyll der gr\u00fcnen S\u00e4urigkeit verdr\u00e4ngt, als herrsche pl\u00f6tzlich ein gro\u00dfes Waldsterben in den Alltagen und Falltagen. Das Gr\u00fcn ver\u00e4ngstigte sich im Gewicht der B\u00e4ume, im schwerwerdenden Leben, nach dem wollenden Grasdrang des Fr\u00fchlings mit seinen Bl\u00fchgestalten, w\u00e4hrend die Wanderer bereits in ihre Wege st\u00fcrzten. Wie Weinen ist eure Sch\u00f6nheit, Pfade der Heimat, es schritten meine Jahre euch ab. Beschleift in der Acht der Unendlichkeit, weilt die Zeit in den Wind gebaut, aus Mauern zweifelhaften Lichts. Sehet den Herbst der Erde, gelb geflammte W\u00e4lder an den H\u00e4ngen deiner Heimat, viel weiter als sie das Auge halten kann, angstvoll hier am Land zu ertrinken. Schleimige Wanderperlen im feuchten Gras hinter den B\u00e4umen die den Wind entgegen wachsen, dort wo man den Wald noch in Jahrhunderten z\u00e4hlt. Angestreuter Windbruch am Saume von Wiese und Wald, den die K\u00f6hler sammeln. Der Himmel findet die Nadeln der Fichte und hebt sie auf. Wind, so falle herab, mit den V\u00f6geln fliegst du. Er zieht eine Spur in den staubigen Weg, im Versinken der Landschaft am Nachtrand. Ich lehn mich ins Licht, das die Berge bef\u00e4llt, ich war nur Schatten umringt vom fallenden r\u00f6tlichen Licht. Das Gras und die Erde nehmen mich an, eine Spur Tod, einen Schneckenpfad lang. Volk der schwarzen W\u00e4lder und schwer andringender Fl\u00fcsse, ich bleibe einsam. Und wenn es Morgen wird, feucht, liege ich noch dort und atme noch, auch wenn ich vergangen bin in der Zeitlichkeit aller Jahreszeiten. Eine Reise in die Vergeblichkeit, als w\u00fcrde man die Gegenwart nicht lieben, wenn sich die F\u00fclle der vollz\u00e4hligen Zeit der Zukunft uns entgegen dr\u00e4ngt. Du denkst du hast Zeit, aber die Zeit hat dich. Und so branntest du aus in all den Alltagen in der Enge der Zeit. Perlen &#8211; einzelne Tropfen im gro\u00dfen Meer, das wie die gro\u00dfe Sintflut \u00fcber das Land lag, um all das B\u00f6se im Menschen zu \u00fcberdecken. So gehe und hole mir meine Tr\u00e4nen aus der Tiefe der klaren Flut. Traumata, erh\u00e4rtet im kollektiven Unbewussten, dem gro\u00dfen, ph\u00e4nomenalen Ged\u00e4chtnis, dort wo es nichts zu denken gibt und das durch und durch die Anomie der Gesellschaft abstrahiert. Das gro\u00dfe Diluvium als zweite Genesis, um die Lasterhaftigkeit des Menschen zu tilgen, als eine zweite Chance, die den Seefahrern der Arche zugestanden wurde. Weit \u00fcber den Regen farbenstrahlend aus Nebeln der Bogen und Frieden ist uns versprochen. Kaum findet der Bogen genug Platz in den T\u00e4lern der Traurigkeit. Zeichen, Farben, es ist nur ein Spiel, doch ich bin bedenklich, es m\u00f6chte nicht enden gerecht. Und alles fluide und fl\u00fcssige wird zur vollkommenen Kugel, als Endziel aller Naturkr\u00e4fte, durch blo\u00dfe Destruktion aller Abweichungen, aus \u00e4u\u00dferster Gestaltlosigkeit. Und in den M\u00fcndern der Muschel, die erh\u00e4rtete Urzeit, die \u00fcberdauernd das Zeitalter des Meeres prophezeit, das allen menschlichen Unrat bisweilen gut \u00fcberdeckte, als Rache und Einsicht der G\u00f6tter, gegen ihre fehlerhafte Sch\u00f6pfung. Ged\u00e4chtnissteine, die die gro\u00dfen Traumata der Menschheit verinnerlichen. Perlmuttschichten umschlie\u00dfen den Eindringling als Wachstumskeim der Ablagerungen akkumuliert. Dein Breitenwachstum ist nur als Kugel optimal, ansonsten wachsen die Menschen in die H\u00f6he und werden niemals zur Kugel gelangen. Und wachsen hei\u00dft auch altern, sie die sie andauernd in Bewegung sein m\u00fcssen und ins Leben str\u00f6men. Bewegung, das blo\u00dfe Vorstadium der Ruhe, das Provisorische in Richtung auf den Zustand der Stille und der Befriedigung an der Form hin. Und Ruhe und Endgestalt wollen immerzu das Kugelf\u00f6rmige als energetisch g\u00fcnstigsten Zustand. Die Gestalt des Tropfens im Wasser wird im Isomorphismus zur Perle, sobald das Wasser zu stehen beginnt. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: large;\">Und so sehen sie sich in den spiegelnden Perlmuttspiegeln der Muscheln und werden seitdem die Spaltung von Innen- und Au\u00dfenwelt nicht mehr los. Ein dialektischer Prozess der Trennungen von dem was man ist und nicht ist, um die genaue Identifikation des Ichs zu erlangen. Doch dem konstituierenden Icherlebnis steht j\u00e4h ein Phantasma entgegen, indem das Ich seinen Zusammenhalt verlieren kann und sich in der Dispersion der K\u00f6rperteile aufzul\u00f6sen beginnt. Die Desintegration als Phantasma des zerst\u00fcckelten K\u00f6rpers beginnt und m\u00fcndet in die psychotische Regression. Der Spiegel hat die menschliche Seele vergiftet und wurde Narziss zum Verh\u00e4ngnis.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: large;\">Die klare Quelle verschmutzte sogleich, als er begann daraus zu trinken, wo in prismatischer Deutlichkeit, der Hell-Dunkel-Grenze und ihrer Zuf\u00e4lligkeit der Reflexe der Silberfisch stand, wie eine schwarze Flamme im sich aufhebenden Medium, als Verm\u00e4chtnis der Flussfischer. Ein Fisch schwimmt durch die alten T\u00e4ler und der Hahn kr\u00e4hte den Wurm wach. Hei\u00dfe willkommen die Fremden. Du wirst ein Fremder sein, bald. Ich ging um Stimmen in der Welt zu finden, doch nie mehr nahte, da ich rief, das Alte. Du bist alt zu Weinen, doch aus der Zeit f\u00e4hrt er und hats nicht weit. Du warst mir einmal eine Welt, wenn nichts sonst war. Verwurzelung sp\u00fcrend, aber deren nicht m\u00e4chtig, durchbrochen das feine Rhizom der Heimat, als alle W\u00e4lder einst\u00fcrzten. So m\u00fcssen wir schwinden, der wir entstammen, der Erde und dem bergenden Scho\u00df im Bangnis der Verlassenheit. Rufe \u00fcber die Heimat den nie benannten Schmerz, bis wortlos aus den Tagen das Leben wiederkehrt und Sinn wie blauer Rauch gegen Himmel steigt. Fl\u00fcsse des Sinns werden wir sein im wehenden Jahr, auf dem Quellgrund lauschend und sprudelnd am Boden der Steingutscherben. Und sie sind immernoch auf der Suche nach den fruchtbaren Quellen des Nils, in denen sich die Gesichter \u00e4gyptischer Ackerbauern spiegeln, an den schlickenden Ufern der gestorbenen Mythen im fruchtbaren Gr\u00fcn wie aus Nebeln, an den bitteren Ufern des Papyrus, neben dem gilbenden Sand der Unfrucht. Sie beten an Osiris, dem Gott des Schwemmlands und hoffen auf fruchtbaren Boden. Doch Seth zerst\u00fcckelte ihn und verteilte ihn \u00fcber das ganze Land. Sein Ich fragmentierte und brachte die Psychose \u00fcber die Welt. Isis schaffte es jedoch Osiris wieder zusammenzusetzen. Die Synthese gl\u00fcckte und die Ichkonsolidierung wurde wieder hergestellt. Die Kompensation der drohenden Identit\u00e4tsdiffusion wurde nochmals aufgehalten. Ins baumlose Schwemmland bin ich gegangen, schattenlos, traumlos mit den Schritten der Schnitter. Ihre Opferst\u00e4tten gl\u00e4nzten vom Fett, doch alle G\u00f6tter waren schon tot. Die Spiegelung der Quelle zeigte keinen Himmel, sondern nur ihr Gesicht. Der Spiegel, der karikiert die selbstinduzierten Verunstaltungen und pl\u00f6tzlich wurden alle Spiegel durch Bildschirme ersetzt und die Propriozeption und Tiefensensibilit\u00e4t ging damit verloren und wurde flach wie die Flachheit der Pixel. Inklusion des Fremdk\u00f6rpers in der Muschel und gleichzeitige Absto\u00dfung wie Makrophagen, Perlen als Zeichen ihres \u00fcberladenen Barocks in den Muscheln Tritons. Inklusion und Exklusion als Dogma der Zellwand, die Innen und Au\u00dfen trennt, so wie es alle W\u00e4nde tun. Das Ich und das Andere ballen sich daran und die Ichkonstitution beginnt dort im Stillen des Energieaufwands an den Niemandsl\u00e4ndern der Membranen. Die Erhaltung des Ichs ist ein gieriges Trachten nach Energie, geraubt von der Umgebung um das Ich am Leben zu erhalten. Ein st\u00e4ndiges Hungern nach Leben, ein st\u00e4ndiger Aufwand, der fundamental das Leiden in das Leben einflie\u00dfen l\u00e4sst, mit dem gleichzeitigem Willen zum Dasein, der uns das unumst\u00f6\u00dfliche Ank\u00e4mpfen gegen des Todes ein ganzes Leben lang begleitet. Und so stehst du in z\u00e4her Viskosit\u00e4t im allm\u00e4hlichen verbernsteinern und vergilben deiner Selbst, zu Klumpen in der Reuse der Zeit. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: large;\">Hypertrophische Maxime bis hin zur Allm\u00e4chtigkeit, infolge vermehrter Beanspruchung, die den Wachstumsstimulus bewirkt, in der dumpfen Repetition von Reizen oder der Kompensation von Verlegenheiten, als Kampf gegen den Widerstand. Betend an den Gott Anabol, dass sie durch ihre Hypertrophien erstarken, wie Riese Goliath oder Polyphem, der die Sehschw\u00e4che durch K\u00f6rperkraft wettzumachen versucht und sich seit Odysseus Blendung fernab der Menschen nur mehr mit Zyklopensteinen abfindet. Steine, die Stumm sind und nicht verletzen. Nie erblickst du mich da, wo ich dich sehe. Und ich erblicke immer das, was ich nicht sehen m\u00f6chte, im Verh\u00e4ltnis der Undurchdringlichkeit der Objekte, die nur deswegen im schwarzen Pupill des Augenlichts bestehen, weil sie nicht durchdrungen werden k\u00f6nnen. Ansonsten w\u00e4ren sie unsichtbar, im Sehstrahl des Auges, das gierig die Au\u00dfenwelt ergreift und das pr\u00e4potente Zeitalter des Realismus verk\u00fcndet, w\u00e4hrend es eine riesige Kluft in die Welt rei\u00dft, in die H\u00e4userschlucht der sch\u00e4bigen Soziet\u00e4t. Sie haben Angst vor dem Unsichtbaren, ich aber gerade vor dem Sichtbaren, das schonungslos all das offenbart, wovor ich mich f\u00fcrchte. Sch\u00fctze mich vor dem Blick der Anderen und ihrer gewaltsamen Macht des Auges, oh Hirte Polyphem. Sie sind leer und versuchen durch ihren Blick zumindest etwas zu erlangen. Man sieht mich und ich werde von ihrem Sein gewaltsam getroffen, dem ich nicht anheim fallen m\u00f6chte, mit ihrem \u00fcberbelichteten Schlag des Bewusstseins, das mich schonungslos entdeckt in meinem Seinsversteck. Mein Erblicktsein zwingt mich f\u00fcr mein Dasein zu rechtfertigen und Ja zu sagen zu all dem, was ich verschm\u00e4he und woran ich nicht teilhaben m\u00f6chte. Mein Sein soll ich nach drau\u00dfen halten, ohne irgendwelchen Schutz, preisgegeben ihrer Allsichtsperspektive, sie die sie ihr Leben in all seinen \u00c4u\u00dferungen sichtbar tragen. Und warum schweigst du? Und warum schweigst du immer? Dein Schweigen wurde fehlgedeutet. Und aus zerst\u00f6rten Kindern werden zerst\u00f6rte Erwachsene. Nur Metapher will ich bleiben in ihrer Bildlichkeit von mir, nicht integrierbar in ihren Sprachen, die nur Fluchen k\u00f6nnen, in gewaltsam scharfen Zischlauten. Ich Fremdling kam daher, ungl\u00fccklich hie\u00df er. Er hatte hundert Namen und jeder konnte ihn rufen. Doch begraben waren meine Fl\u00fcgel. Ich geb dir einen Tropfen Regen aus dem Land wo keiner weint. Fremd waren deine Stimmen, die ich mit meinem fremden Ohr erh\u00f6rte. Und jedes Loblied t\u00f6nt der Klage gleich. Ein Echo aus der Einsamkeit.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: large;\">Ihre Megalomanien des Hydraprinzips, die Kraft durch Kraft entstehen lassen, Gleiches durch Gleiches, Auge um Auge, Zahn um Zahn, Protein um Protein, Aktin und Myosin, das k\u00f6rperliche \u00dcbersteigend in ihren Astralk\u00f6rpern. Nur auf das Soma bedacht lebten sie losgekoppelt in psychischer Ersparnis. Anabolika, die das zentrale Nervensystem ignorieren aber trotzdem eine Kompensation psychischer Komponenten darstellen. Und die Impotenz wird zur Omnipotenz. Gro\u00df gegen klein. Und die dauerhafte Neigung zu anthropozentrischen Vorurteilen. Das Energieniveau wird akkumuliert im st\u00e4ndigen Kampf gegen die Entropie. Angereichert durch die Proteine, das Fett und der Kohlehydrate nehmen sie die Energie aus der Umgebung. Energiekrise und die Energie der Krise. Der Schnittpunkt zwischen Soma und Psyche bleibt dennoch in einer komplizierten Wechselwirkung bestehen. Und psychische Pathologien ver\u00e4u\u00dfern sich auch in somatischen Beschwerden. Die Krankheit windet sich und kennt viele Gesichter und die Diagnose wurde d\u00fcster. Sie findet jegliche Form der Verk\u00f6rperung und lebt selbst im Soma weiter. Und wie das Haupt der Hydra. Und wie das Haupt der Hydra. Doch opfere lieber das Soma, das eine klare Sprache spricht und deswegen besser behandelt werden kann. Nur somatisch kannst du auf eine Heilungsmethode hoffen. So schenke mir ein den g\u00f6ttlichen Saft voll Soma. Hydra, immernoch w\u00fctend in den Gew\u00e4ssern von Lerna, im Flusse des Heraklits, in den selbigen man nicht zweimal springen kann, aber immer wieder ans selbe Ufer zur\u00fcckkehrt, auch wenn man sich treiben l\u00e4sst, durchflossen durch den Jetztpunkt der Zeit. Und alles Neue beruht auf der Vergessenheit des schon Dagewesenen. Die ewige Wiederkunft des Gleichen und der menschlichen Torheiten. Treibgut will ich sein im Flusse des Heraklit, doch alles Unterfl\u00e4chliche zieht mich in die Tiefe, aus der ich fortw\u00e4hrend sch\u00f6pfen muss. Nur das Leichtgewichtige schafft es bis zum Unterlauf des Flusses, Schwerer Sinkstoff geht sogleich am submarinen Flussgrund verloren. Und sie schritten inzwischen lachend und ohne Angst \u00fcber die Tiefe hinweg. Vor Zeiten, sagt man, umgl\u00e4nzte hundertschw\u00e4rmig die Elritze den Bach und silbern schwand er allm\u00e4hlich verblassend wie ein Lied aus alten Tagen. Der dem Strom folgt wird verdursten, redend im Regen das Ufer hinab, dort unten im Schilf stand bewegungslos der Hecht. Der Fisch st\u00fcrzt mit eigenem Glanz \u00fcber die Tiefe. Und der Fluss schweigt und die Erlenbest\u00e4nde mit schwarzerstarrten St\u00fcmpfen, schw\u00e4rzlich get\u00fcrmt und mit zerbrochnem Zweigwerk, treten zur\u00fcck bis an den Rand der Ebene bis an den Fu\u00df der sagenbeh\u00fcteten Berge, wo sich die Fichten hinauf m\u00fchen. Endlos dar\u00fcber ist dann der Himmel und keine Wolke nennt ihn. Endlosigkeit und Traurigkeit w\u00fcrgt in den H\u00e4lsen und es muss der Mut das Dunkel erschlagen, um am wolkenlosen Himmel die Sonne zu sehen. Ein Fremder, dem die Berge noch nicht den Blick bet\u00e4ubten, der Himmel noch nicht ins Wortlose fiel und die sich gerade deswegen gleich beheimatet f\u00fchlen. Ist dir die Erde nicht genug, die dir ungez\u00e4hlten Raum gebietet. Raum zum Gl\u00fcck wie zum Ungl\u00fcck, reichlich. Und ich w\u00fcrde gerne die Tage lieben, weil ich will, in pr\u00e4verbaler Weltvergn\u00fcgdheit, wie in der fr\u00fchen Kindheit, in fr\u00fchkindlicher Fehlsichtigkeit, motorischer Unbeholfenheit und sensorischer Entfeinerung, geborgen in einer gro\u00dfen Tatsachenverlorenheit. Ein Desiderat das im fortgeschrittenen Leben uneingel\u00f6st bleiben muss. Und Narrativ und Narrentief &#8211; w\u00e4hrend sie sich ihre Geschichten erz\u00e4hlen, die gewesen sind. Und Wesen und Existenz fallen immer weiter auseinander und die Anamnesis bleibt leer. Dein Leben bleibt unangetastet von den Kr\u00e4ften und braucht nichts, um zu bleiben, was es ist. Die Kunst ist es als Ausgesto\u00dfener, trotz einer nicht mehr lebensweltlichen Wirklichkeit, leben zu k\u00f6nnen, denn die Wirklichkeit will sich nicht mehr von selbst verstehen lassen. Das was fortbesteht treibt uns immer weiter von den Gr\u00fcnden fort. Heute ist das Morgen von Gestern.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn die Karneolen der untergehenden Sonne von den orangen Leuchten aus Natrium abgel\u00f6st werden, im feurig rotem Sonnenuntergang abgelebter Tage, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":74518,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[],"class_list":["post-74517","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-reminiszenzen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/herbstzeitlos.ink\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/74517","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/herbstzeitlos.ink\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/herbstzeitlos.ink\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/herbstzeitlos.ink\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/herbstzeitlos.ink\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=74517"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/herbstzeitlos.ink\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/74517\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":74519,"href":"https:\/\/herbstzeitlos.ink\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/74517\/revisions\/74519"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/herbstzeitlos.ink\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/74518"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/herbstzeitlos.ink\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=74517"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/herbstzeitlos.ink\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=74517"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/herbstzeitlos.ink\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=74517"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}