{"id":74068,"date":"2021-08-08T11:42:03","date_gmt":"2021-08-08T09:42:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.herbstzeitlos.tk\/?p=74068"},"modified":"2021-08-10T14:07:08","modified_gmt":"2021-08-10T12:07:08","slug":"maiandacht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herbstzeitlos.ink\/?p=74068","title":{"rendered":"Maiandacht"},"content":{"rendered":"<p>Der Frost der Raun\u00e4chte legte sich auf die Moospolster im Walde, wo die Wege ohne Ausgang endigen in der leisen \u00c4hnlichkeit der endzeiterwartenden Menschen, auf denen gebettet Demeter ruht und weinend ihr gefrorener Tau, wie Mehltau an den Bl\u00e4ttern, von ihrer Nase perlte, schlafend auf ihre Persephone wartet. Sie war so traurig, dass sie den Pflanzen das Wachstum verbot, den B\u00e4umen ihre Fr\u00fcchte und den Tieren ihre Vermehrung. Als Mutterarchetyp verlor sie ihre Tochter an den Hades und die erstarrte Natur zeigt uns im Winter ihr wahres Gesicht. Die Mutter bleibt unendlich fern und h\u00f6rt die Schreie der Persephone nicht, die ans Wesen der Natur gerichtet, stumm und ungeh\u00f6rt verblassen, sowie des Menschen Schreie an die Mutter Natur keine Antwort erhalten. Sogleich fiel alles in einem langen Schlaf mit offenen Augen und das Harz, das Exkrement der B\u00e4ume, quillt aus dem Bruchholz der Lawinen und Schneemassen, wenn ihr Blut zum Exkrement wird und in den tr\u00e4nenden Augen der K\u00f6hler brennt. Viele der hypersensiblen Menschen wurden zu B\u00e4umen und die Dendropoese verspricht ihnen weniger zu leiden und trotzdem organisch zu bleiben, ein Widerspruch, den sie erst zu sp\u00e4t bemerkten. Denn alles Organische leidet schuldlos. Sie wussten nicht, dass die Menschen leidenschaftliche B\u00e4umef\u00e4ller sind, zum Leidwesen der Hamadryaden, die in den B\u00e4umen leben und mit ihnen leiden und untergehn. Wohlbeh\u00fctete Nymphe, der Genozid ist nicht aufzuhalten, solange es Menschen gibt, die unbedingt Flurbereinigungen und Migliorierungsarbeiten durchf\u00fchren m\u00fcssen, aus verlegenem Tatendrang und aus ihrem gest\u00f6rten \u00e4sthetischen Empfinden heraus. Zu zart seit ihr f\u00fcr die Natur im Wechselspiel mit den groben und unsensiblen Menschen, die alleine durch ihr Drang zum Handeln alles viel \u00e4rger machen. Und tausende von Baumjahren lagen am Boden, an nur einem Tag. Sie sind die F\u00f6rster mit der Axt in der Hand und jeder Baum hat seinen F\u00f6rster. Alles befindet sich in einem Winterschlaf, der vielmehr ein Scheintod ist, inmitten des Vordr\u00e4ngens des Lebens im steten Aufeinanderfolgen schw\u00e4chlich grauer Tage. Du hieltest die Luft an, den ganzen Winter lang, unter den Schneemassen die alles bedeckten und das Mysterium des Schattens \u00fcberbrachten. Und der winterliche Schatten der B\u00e4ume ist f\u00fcr die Kinder da, so wie es alle W\u00e4lder einstmals waren. Sie durften ihre Phantasien in den Tannenzapfen suchen, in herumliegendem Ge\u00e4st und den sanften Polstern aus Moos. So gehet in die Tannen, denn nur in der Abgeschiedenheit lassen sich noch ernste Gespr\u00e4che f\u00fchren. Doch abgegriffen sind unl\u00e4ngst alle W\u00e4lder und Berge, verwohnt alle H\u00fctten und St\u00e4lle, zerschlissen das ganze Land. Sie stiegen den schmalen Streifen Ger\u00f6lls den Berg hinan an der Grenze zum \u00d6drand des Weges am Mulm des Waldes. Du bist ein St\u00fcck des Schutts, der abrutscht ohne Halt und Hang. Die Buchen tragen ihr verdorrtes Laub den ganzen Winter lang, denn sie nahmen den Herbst nicht ernst und ihr Laub erzittert und knuspert im schneegetriebenem Wind. Das sture Stehenbleiben in der K\u00e4lte und das Lauschen des herunterfallenden Schnees, l\u00e4sst einen verklammen in der Zeitlichkeit und man harrt aus im Schneetreiben vieltausendj\u00e4hrige Reste, man sp\u00fcrt die letzten Schwaden des Winds, den letzten Windsto\u00df der Vertreibung und menschlichen Vertriebenheit seit Anbeginn. Stehenssatt bliebst du in deiner starren Errichtung des Fleisches und der Knochen in der K\u00e4lte, verweilend im gemauertem Harren, w\u00e4hrend dein Leib immer schmal und schmaler wurde, wie die winterlichen Krampuszweige der Birke. In das Glas l\u00e4sst sich im Winter Vieles schreiben und die H\u00e4nde rutschen wie feuchte Trauben hinab und l\u00f6schen das Geschriebene im Kondensat an der Schwelle zwischen W\u00e4rme und K\u00e4lte. Und in den stillen N\u00e4chten der beleuchteten Stadt, l\u00e4sst sich bei Schneefall unterhalb der Stra\u00dfenlaterne des Schnees Schatten sehen, wie er insektengleich und voller Sehnsucht ins Zentrum des Lichts zu fliehen scheint und dort Erl\u00f6sung findet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dann zu Maria Lichtmesse endlich, das Datum der Auszahlung der Knechte, die aus dem Hintergrund der Dunkelheit hervortraten, wie Persephone aus der Unterwelt. Und mit dem aufgeschobenen Jahresbeginn des Bauernkalenders, kam die Helligkeit der Sonne aller Wesen wieder in die T\u00e4ler zur\u00fcck, die hyperboreische Schattigkeit verdr\u00e4ngend und der Schnee begann zu schmelzen, in den hartn\u00e4ckigen Schneeecken und Nischen der Eisschmelzwiesen begl\u00e4nztem Raureifs, die die agrarsche Idiotie zun\u00e4chst erfolgreich bedeckten, mit dem flockigem Exkrement der kalten Jahreszeit, abwartend durch die Macht des Z\u00f6gerns und stupor\u00f6sen Stockens, durch die Zagheit seichtester, rhododaktylischer Morgenr\u00f6ten. Noch gab es Orte wo die Sonne erst gar nicht auftrat, um den letzten Schnee zu schmelzen. Nun aber, als die Sonne h\u00f6her stieg, tritt ihr verkalkter Sinn wieder obsz\u00f6n in den Vordergrund und fordert seinen Tribut ein. Und schlussendlich wird alles erkannt, worauf Helios seinen Blick wirft und nichts bleibt verborgen. Das Licht er\u00f6ffnet dem Menschen all das Sch\u00f6ne der Welt, aber gleichzeitig offenbart es ihm auch die ganze H\u00e4sslichkeit. So werden manche die Dunkelheit suchen und Kinder der Nyx, da die Finsternis eine Freiheit mit sich bringt, eben all das Widerliche nicht zu sehen. In der Dunkelheit machen viele Dinge keinen Sinn und deine Blindheit f\u00e4llt nicht ins Gewicht, es herrscht keine Logik, die zu Schlussfolgerungen zwingt, sondern die Phantasie der Nacht mit all ihrer Willk\u00fcr. Die Dunkelheit gibt uns die Macht \u00fcber die Wirklichkeit und \u00fcber uns selbst, nur die Sonne und das Licht kann dem widersprechen und aufdecken, was der Schatten zuerst verschleiert. Nun tropft es und gurgelt aus der Stille des schmelzenden Schnees heraus und \u00fcberall bilden sich Rinnsale, die im Schl\u00fcrfschlund der Kan\u00e4le gierig von Charybdis verschlungen werden. Verstrickt in den engen Knoten der Selbstbezogenheit bin ich in die Grube der Einsamkeit gest\u00fcrzt, seit dem lebe ich als Untergrundmensch, immer weiter in die Tiefe fallend, in einem Loch ohne Boden das mich deterritorialisiert und mir meinen Stehgrund entzieht. Doch L\u00f6cher bedeuten nicht das Fehlen von Teilchen, sie bewegen sich nur schneller als das Licht, das kulminiert in der singul\u00e4ren Gravitationsgrube. Du fielst durch die Schwarzschildradien der dantschen H\u00f6lle hinunter, kollabiert unter der eigenen Last bis zum Gewimmere der Elemente und Partikel. Der sich im Wasser spiegelnde Himmel wurde denjenigen zum Verh\u00e4ngnis, die in den Himmel kommen wollten. Und pl\u00f6tzlich merkten sie, dass es den Wasserspiegel gar nicht gab und dass der Brunnen kein Ende kannte.<\/p>\n<p>Und das Licht wurde erst durch die es zur\u00fcckwerfenden Gegenst\u00e4nde sichtbar und verlor sich bis vor Kurzem meist spurlos in der Finsternis des Winters, im geduldigen Abwarten und Schwellen der Stille. Doch manche Fenster werden f\u00fcr immer dunkel bleiben, selbst wenn der Fr\u00fchling kommt. Sie bleiben verschlossen und man wartet vergeblich. Dieses Abwarten zeugt von einem zu ernsten Vertrauen in die Zeit, ein Mangel an Zeitvergessenheit, ein vergebliches Hoffen, woran jede Geduld zugrunde gehen muss und am Ende nur Verzweiflung steht. Seit anfangsloser Zeit bin ich ohne Ende durch die zyklischen Jahreszeiten geirrt. Zu dieser Zeit wird uns erst der Kipppunkt der \u00e4quinoktalen Wagschalen bewusst. Die Sonnenwende zog sich lange dahin, der Jahreszeitenwechsel wurde aufgeschoben, da niemand von den Welteroberern und Welt\u00fcberwindern das L\u00e4ngerwerden der Tage bemerkte. Wie lie\u00dfen sich \u00fcberhaupt so viele Tage in die Enge der Jahreszeit bringen? Wie l\u00e4sst sich diese Einengung \u00fcberhaupt erkl\u00e4ren, wenn man doch st\u00e4ndig nach Vielem und Verschiedenem suchte und der reduzierenden Einfalt entgehen mochte. Doch alle Zeiten verdichteten sich nichts desto trotz an diesem Punkt und dr\u00e4ngten sich an die Klause des Jetzt, bedr\u00e4ngten unabl\u00e4ssig die Zeitlichkeit und all die Taten zerbarsten daran. Und alle drei Zeiten sind eins. L\u00f6se dich von der Zukunft, sodass du ohne Erwartungen bist. Um etwas Unbekanntes zu finden braucht man nicht mehr nach Gott zu suchen, da es ja die Zukunft gibt. Gib die Vorstellungen von der Vergangenheit auf, sodass du den Dingen keine zeitliche Abfolge unterstellst. Ruhe in der in der Gegenwart, sodass du ohne Sinn und Grund in vollkommener Passivit\u00e4t aufbl\u00fchst. Das Kontinuum der Jahreszeiten wurde lange zur\u00fcckgehalten und am Fortschreiten gehindert, wie die biochemischen Hemmer und Unterbinder. Die Ereignisse reihten sich iterativ aneinander verbunden mit dem harmlosen Bindewort des \u201eUnd\u201c. Was zeigen uns die Jahreszeiten wenn nicht Verg\u00e4nglichkeit. Und pl\u00f6tzlich ward es Fr\u00fchling, in nur einem Tag, an dem alles so ging, wie es immer ging. Der Fr\u00fchling war schon da und ich kam nur dazu. Alles war schon da. Der Schall des Bussards fiel ein in die T\u00e4ler und die Kr\u00e4hen schrein, diese alten Vergelter, und ziehen schwirren Flugs auf die schmelznassen \u00c4cker, wo damals zu Erntedank noch der bodenauszehrende Mais wuchs. Und sie deuten schon die Vogelz\u00fcge die die Sch\u00e4lle in die sich auft\u00fcrmenden Berge voller Sorgen tragen, in ihren Auspizien und warten sehns\u00fcchtig auf die R\u00fcckkehr der ganzen Vogelschar f\u00fcr die Vorhersehung von Vielem. Doch sie h\u00f6rten genauer hin und alle V\u00f6gel fehlten. Ihre Fl\u00fcgelschl\u00e4ge des Einst verk\u00fcnden, dass alles einst werden wird in der unendlich reinen Zeit. Und umso l\u00e4nger der Schall des Bussards anh\u00e4lt, desto fauliger wird der Ton werden wie sein Aas, dass er zu sp\u00e4t ersp\u00e4ht. Die Krokusse beginnen wie zerbrochene Eierschalen aus dem Boden zu wachsen und geben den Bienen den ersten Pollen der Bl\u00fcten frei, die von den kleinen Energiepunkte angeflogen werden. Feinster farbiger Staub, Gedankenstaub, der so filigran an den Beinchen der Bienen h\u00e4ngen bleibt, wie Erinnerungen, von denen sie sagen werden, es habe sie nie gegeben. F\u00fcr die Bienen ist keine Handlung umsonst und sie bauen ihre Wachsstrukturen in aller Verborgenheit im Innersten des Volkes, als w\u00e4ren es ihre Organe als Strukturen ihrer selbst. W\u00e4hrenddessen verharrst du noch lange im Phlegma der Zeit, an der du gefesselt bist und selbst Kleinigkeiten einen ungeheuer schwer fallen. Zeitliche Partikel, die instabil und submomentan zwischen Ahnung und Erinnerungen immerzu alternieren. Die Bienen lachen Ikarus aus, dem seine Wachsfl\u00fcgel schmolzen, als er die H\u00f6he suchte und f\u00fcllen ihre Zellen mit Honig. Jede Biene sammelt mehr als sie braucht als w\u00fcrde sie in ihrer Vorsorge nur f\u00fcr die Zukunft leben. Sie sind naturgem\u00e4\u00df Zukunftstiere, aber ihre Zukunft ist br\u00fcchiger denn je. Und ward ihr nicht schon da? Habt ihr sie nicht inne, die kostbare Gegenwart und das rohe Jetzt nach der ihr Kinder der Zeit alle so gierig trachtet. Derweil brechen die G\u00e4rtner die ersten Knospen und opfern die Erstlingsbl\u00fcten um das Wachstum der Pflanzen zu hemmen. Doch auch der Fr\u00fchling bricht so manchen Menschen, denn es bl\u00fchen da bekanntlich nicht nur Blumen auf. Erkenne dich selbst nicht, der Imperativ des Narziss, dem ihn der blinde Seher gab, der wei\u00df was es hei\u00dft in sich zu kehren und seinen Blick auf das eigene Chaos zu richten, das einen sogleich in die finstere Tiefe rei\u00dft. In der dunklen Innenwelt befindet sich ein schwarzes Loch, das einen verschluckt, ehe man sich versieht und man schlussendlich auf sich selbst trifft, auf die Singularit\u00e4t des eigenen Seins und dort am harten Grund der Existenz zerschellt. Nur derjenige wird lange Leben, der sich selbst nicht erkennt, sich nicht zu weit nach unten beugt, um im Wasserspiegel das eigene Selbst zu erblicken. Sie ziehen die Blumen f\u00fcr ihre Busen und Geschlechtsorgane am Valentinstag, wo selbst die J\u00e4ger an ihren Gott Eros beten, da seine Pfeile t\u00f6dlicher treffen. Lange Zeit konnten sie die Liebe des Wolfes zu den Schafen ergr\u00fcnden und sie wissen bescheid von Schmetterlingen, die gef\u00e4hrlichsten Tiere im Bauch, w\u00e4hrend die Menschen romantisch sind und Bonbons lutschen. Sie verkennen den Geist der Zweisamkeit mit dem ern\u00fcchternden Geist der gesamten Gattung, als w\u00e4re die Liebe etwas hyperphysisches im verkl\u00e4rten Gesang der hohen Minne und der Gef\u00fchle, die nur undefinierte Instanzen sind. Die Gattung dr\u00e4ngt ihn dazu, stets bereit das pers\u00f6nliche Gl\u00fcck schonungslos zu zerst\u00f6ren und sie leben weiter, in der Hoffnung, das Gesicht aus alten Tagen wiederzufinden. Doch sie fanden nur die B\u00fcste der Sappho nahe der Klippen an denen sie zugrunde ging. Die Liebe ist nicht auf die Gegenwart gerichtet, sondern erf\u00fcllt sich in den Fortbestand n\u00e4chster Generationen, als Weitergabe der menschlichen Gattung, die die Fortdauer so dringend verlangt. Du liebst jemanden, da er nicht sieht, dass du ihn liebst und wer du \u00fcberhaupt bist. So liebst du inkognito durch die Zeit ohne dass es die Geliebte wei\u00df. Erinnerungen, die nunmehr weit vom Inneren entfernt liegen im gek\u00f6pften Einst, was niemals war, was es h\u00e4tte sein m\u00fcssen. Erinnerst du dich noch an unsere Extasen, die schlussendlich nichts anderes waren als Phasen. Die Liebe gibt das Leben weiter im Sinne einer Metempsychose und gebiert Kinder, die geboren wurden um zu dulden. Doch wo mag die Mitte des Lebens sein? In der Mitte des Zentrums stehen die Geschlechtsorgane. Sie zogen die Neugeborenen in die Welt mit ihren Geburtszangen und die Hirschk\u00e4fer winken mit ihren Zangen wie Gesten des Friedens. Sie waren lebendig aber atmeten noch nicht. Sie verharrten im Erstickungszustand der Geburt. Die Vereinigung mit der Mutter zersplitterte j\u00e4h ins Schizoide und die Umgebung brach falschfarben und verzerrt herein, man h\u00f6rte pl\u00f6tzlich unzuordenbare Stimmen in unverst\u00e4ndlichen Worten, sah fremde Farben und die kalten Lichter des Krankenhauses. Und alle Sinneserfahrungen fallen korumpierend ins Innere und hinterlassen eine breiige Syn\u00e4sthesie ohne Bedeutung und Grund. Die Ichkonstitution zersplitterte in tausend Facetten und hinterlie\u00df eine radikale Depersonalisierung. Die intrauterine Wirklichkeit ging verloren und wurde ersetzt durch eine neue Realit\u00e4t, die wie eine Traumwelt surreal ins Dasein flutete. Wiederhallend innerhalb eines unermesslichen Raumes fluktuierend von Kl\u00e4ngen, Lichtern und Strahlen entfaltet sich eine psychotische Episode im fr\u00fchen Leben. Durch die Geburt haben wir die Personifizierung der ungez\u00fcgelten Herrschaft des Egos angenommen und gleichzeitig das differenziert, was uns mit dem Leben und der Au\u00dfenwelt vers\u00f6hnen h\u00e4tte k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Erwachsenenwelt liest den Kindern aus den M\u00e4rchenbuch vor, aus dessen Papier alle Archetypen entgegen lachten und sich unmerklich im Unterbewusstsein der Kinder einnisteten und sich im sp\u00e4teren Leben irgendwann manifestieren. Die Betroffenheit dieser Geschichten zeigt, dass sie pl\u00f6tzlich reale Situationen und Konstellationen im richtigen Leben beschreiben k\u00f6nnen. So sickern in das Leben panepochale und pankulturelle Botschaften ein, aus l\u00e4ngst vergangenen Tagen als der Mythos noch st\u00e4rker im Leben verankert war. Die Kinder halten ihre kleinen Welten im Kopf und werden gelobt, wenn sie Werkzeuge ihrer niedrigen Absicht werden, sie die sie selbst nicht an M\u00e4rchen glauben. Zuerst wird ihnen alles in den Kopf gesetzt, was ihnen sp\u00e4ter dann gewaltsam wieder aus dem Sinn geschlagen wird. Versucht nicht die Archetypen zu \u00fcbertreffen, ihr schafft es doch nicht. Und ihr Tun hinterlie\u00df in den Kindern nur langanhaltenden Schaden in ihren h\u00e4ngengelassenen K\u00f6pfen, der in tiefer Entschlusslosigkeit seine Worte w\u00e4hlt und gleich wieder zur\u00fccknimmt, sodass daraus nur abgebrochene S\u00e4tze resultieren k\u00f6nnen. Im Chaos der Glossolalie wird jeder Diskurs indirekt. Ihre \u00dcberheblichkeit und Geringsch\u00e4tzung, die du ge\u00fcbter Vergleichg\u00fcltiger und Ver\u00e4chter schon a priori nicht ernst nahmst, traf dich nur matt, deswegen bestehst du, in der tiefsten Apophatik des Lebens verweilend, in deiner Apotheose der Grundlosigkeit. Was bleibt an der schmerzlich narrenden Welt noch \u00fcbrig, wenn man sie ohne sich vorstellt. Sie zersplittert sogleich in dem Moment, an dem deine Vorstellung von ihr erlischt. Sie ergreift, erhebt und verwirft alles zum Tode Geborene. Und was w\u00e4re ein Traum ohne Tr\u00e4umenden. Und je unerf\u00fcllbarer seine Tr\u00e4ume waren, desto lieber nahm er sie f\u00fcr die Wirklichkeit. Zu tief erschrocken, als einem noch tr\u00e4umte. Zu erschrocken, als dass man noch etwas in Ruhe begriffe. Und du h\u00f6rst auf zu sein, als w\u00e4re es nicht besser nie geworden zu sein im zarten Unverst\u00e4ndnis der Nachfahren. Und tief sind die Seufzer, die Ausw\u00fcrfe l\u00e4ngst versunkener Verzweiflung ausgeworfen aus dem Sediment des Schmerzes, so heftig wie Bl\u00f6dheit und ihre Leidenschaft zu heftigen Furor. Sie verweilen in ihrer Seichtheit, denn zum Denken kommen nur solche, die sich um ihre Selbsterhaltung nicht zu k\u00fcmmern wissen, nicht k\u00fcmmern k\u00f6nnen oder wollen, also nur Menschen, die krank, tr\u00e4ge oder verzweifelt sind. Sie sind befangen im Syndrom der Losigkeiten, kehren in die Tiefe zur\u00fcck und gr\u00fcbeln in st\u00e4ndigen Gedankenkreisen, versuchen sich in der vergeblichen Quadratur dieser Zyklen, die nur aus Angst und Depression bestehen, w\u00e4hrend die rechthaberischen Tatenmenschen derweil aus vollster \u00dcberzeugung das Leben leben, die Wirklichkeit formen und Geschichte machen. Sie begegnen jede Art von uneigenn\u00fctzigem Denken, das unmittelbar keinerlei praktisches Ziel hat, mit Feindseligkeit. Mach lieber Erfahrungen, anstatt zu signifizieren und zu interpretieren. Sieh, wie sie liebevoll ihre Graphen interpretieren und meditieren, als w\u00e4ren es weit mehr als in Linie gebrachte Zahlen, die jederzeit Zentren ihrer Signifikanz und Subjektivierungspunkte werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Und Atropos die unabwendbare Parze zerschneidet schon den Lebensfaden, w\u00e4hrend du allzulange durch zahllose Weltzeitalter im finsteren Gef\u00e4ngnis der zyklischen Existenz umhergewandert bist. Du hast Angst vor den Irrwegen, somit w\u00e4re es besser gewesen zu Hause zu bleiben, das Labyrinth niemals verlassen zu haben und beim Freund, dem Minotaurus zu bleiben. Und die Undurchdringlichkeit der Mauer l\u00e4sst nur zwei Fluchtversuche zu. Im Kleinen, Asketischen k\u00f6nnen wir im Molekularwerden selbst durch kleine Ritzen und Poren die Mauer passieren und im Gro\u00dfen, Manischen, wo wir einfach spottend dar\u00fcber steigen k\u00f6nnen und die L\u00f6sung des Labyrinths vor unseren Augen sehen. Orientierungslos und ern\u00fcchternd wandelst du in den Architekturen des D\u00e4dalus umher, ohne jemals das Tageslicht zu finden. Eingemauert und konfrontiert mit sich selbst, fl\u00fcchtest du vor dir selbst im steinernen Kabinett der Irrwege, wo nur eine Recht-Links-Entscheidung getroffen werden kann. Das Labyrinth als Prinzip der Exklusion, in dem sie uns ausgrenzten, da sie nichts besser k\u00f6nnen, als zu diskriminieren. Einschlie\u00dfung zur Ausschlie\u00dfung, wo sie dich und den Minotaurus zum Opfer machten, als Monstrum verkl\u00e4rten, um das Einsperren ins Labyrinth zu rechtfertigen. Du warst nicht Minotaurus, sie machten dich zu ihm. Sie dr\u00e4ngten dich in die kraniofasziale Dysplasie und in die Teratogenese, die dich seitdem zu unrecht zeichnet. Dort wartest du geduldig auf Theseus, der kommen wird um dich zu erl\u00f6sen. Tief bist du gefallen in die unglaubliche Tiefe des unter der Erde liegenden Labyrinthes hinab.<\/p>\n<p>Die Gro\u00dfen, die ihm andauernd den Wahnwitz aus verkalktem Sinn in die Ohren fl\u00fcstern, versuchen ihn f\u00fcr sich zu gewinnen, mit ihrem Halbwissen aus d\u00fcrrem Schulkram und sch\u00e4bigen Sch\u00e4tzen, dessen Konklusionen niemals \u00fcber die Pr\u00e4missen hinauskommen werden. Latent beinhalten sie immer schon den Schluss und das, worauf sie hinaus wollen im Nexus der Kausalit\u00e4t. Somit erkl\u00e4ren sie alles oder nichts. Eine genaue Erkenntnis f\u00fchrt in die Unendlichkeit und die partikul\u00e4re ist unvollst\u00e4ndig und falsch. Ein Dilemma das jegliche Erkenntnis immer mit sich bringt. So st\u00fctzt euch lieber auf die Analogiebeweise, die um nichts den Metaphern der Dichter nachstehen. Ihre Vorurteile entstehen h\u00e4ufig nicht aus dem Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung heraus, sondern aus Ursache und Strafe, als Vorurteil und Strafe. Und wo bleibt das Kommen der G\u00f6ttin Inertia, die endlich sanfte Ruhe und sthenische Tr\u00e4gheit bringt in die Gehetztheit der Zeit und die mit leisen Worten spricht. Man muss ihr achtsam lauschen um sie zu verstehen, in ihrer unbeweglichen Abgeschiedenheit. Nie war der Reiz so gro\u00df, G\u00f6ttin Inertia zu ber\u00fchren, obgleich kein Zweifel daran besteht, dass sie selbst durch Ber\u00fchrung nicht ber\u00fchrt wird. Sie sagte sanft: Wenn du Krank bist so schlafe Stunde f\u00fcr Stunde in Seelenruhe, fernab der Penetranz der Wirklichkeit. So verharre in vollster Tr\u00e4gheit mit deinem vollsten Verharrungsverm\u00f6gen im Leben um den physikalischen Gesetzen keinen f\u00fchlbaren Widerstand zu leisten. Die Menschen beriechen inzwischen die Fekalien der Gesellschaft denn der Mensch ist was er isst und erdenken dabei ihre abstrusen Hirngespinste f\u00fcr ihre Begriffsarchitekturen, die sie dann h\u00e4misch jeden vorhalten k\u00f6nnen. Und sie singen f\u00fcr sich selbst Lieder, um hinterher mit bodennahen Zappeleien nach ihnen zu tanzen, unter den Schm\u00e4hrufen der Gesellschaft, die sie Volkstum nannten. Damals als W\u00e4nde noch Fremdw\u00f6rter waren und wir uns unsere eigenen Verstecke bauten in unseren beweisstarrenden Bastionen wo wir nur an den Mond glaubten, da er blo\u00df Schein war und wir dem Unscheinbaren bereits so nahe waren. Deinen Kummer zur Sprache zu bringen ist nicht m\u00f6glich. Es w\u00e4re das Selbe wie einem Hasen die Kunst zu erkl\u00e4ren. Dennoch warten sie darauf, dass dein Kummer spricht. Doch du schweigst. Doch du schweigst immer. Dein Schweigen wurde fehlgedeutet. Dein Kummer liegt wie graue Asche neben dem verbrannten Bruchholz der K\u00f6hler aber der Opferrauch steigt nicht. Und denken kannst du nur unmittelbar neben der Lohe, die alle Glut aufglimmen l\u00e4sst und sogleich von der Erde bedeckt, erstickt. Der Kummer machte die Sprache alt und liegt neben den gef\u00e4llten Jahrtausenden der K\u00f6hlermeiler. Man kehrt ein bei Worten, die seit je gesagt wurden. Einkehr in das alte Enden. Ersichtlich wird die L\u00e4cherlichkeit an der Inkongruenz des Lebens und es ist alles wie nie, bis dass die Rache kommt, der bewusst verneinten Welt. Die Geschichtsb\u00fccher lassen sich lesen, wie die akribische Krankengeschichte eines psychiatrischen Patienten und die Gegenwart borgt immerzu von der Vergangenheit, akribisch notiert in ihren Zitterlinien mit Durchstreichungen und Korrekturkn\u00e4uel. Nur weil du nicht gesund werden kannst, willst du gleich die Tage z\u00e4hlen, zusammengestundet im sek\u00fcndlichem Stottern der Zeiger? Unl\u00e4ngst sind wir an einem Punkt angelangt, wo es unwesentlich ist, ob man ich sagt oder nicht. Wir sind nicht mehr wir selbst. Die Algebraisten wurden zu Literaten, da sie die Ziffern verga\u00dfen und zu Literaten wurden, denen die Reime ohne Aufwand einfach entglitten. Und sie lesen dir Gedichte vor und fassen sie f\u00fcr dich zusammen. Bitte fasst mir nichts zusammen, sonst verstehe ich euch nicht. Und deine Fu\u00dfnoten wirken tief und werden \u00fcberlesen. Best\u00e4ndig lesend, um nie gelesen zu werden wickelst du deine Notizen um Steine, die darauf warten in die Tiefe des Wassers geworfen zu werden, bewusstlos und sch\u00f6n.<\/p>\n<p>Sie auf ihren Narrenschiffen sehen das Land bewegen und ihr Schiff steht still. Du siehst das Meer, aber das Meer bist du. Und das Meer spricht zu dir: Das Meer bist nicht du. Und an deiner Stirn zerren pl\u00f6tzlich alle lebendigen und toten Meere, die wie bei Ebbe weichen. Sie begannen einen Ausflug mit dem Implikat des Zur\u00fcckkehrens, verloren in all den Meeren, einmal um die Sonne wie einstmals die Argonauten. Doch sie waren sich nicht bewusst, dass der Ausflug ein ganzes Leben dauern w\u00fcrde und alles gleicherma\u00dfen m\u00f6glich und unm\u00f6glich wurde. Verf\u00fchrt vom endlosen Horizont und weitgreifendem \u00dcberblicken sahen sie das weite Meer, das ihnen durch das Grenzenlose den scharfgezogenen Blick verschmierte. Die Details verschwammen, was die Ordnung des Unterscheidens zerst\u00f6rte. Doch das Grenzenlose selbst war niemals zu sehen. Ihre traurigen Lieder umschrieben das Ende des Sehens bei Einbruch von Nacht und Psychose. Doch nur Aus und Vorbei sind wahrhaft grenzenlos, die Erinnerungen weggesp\u00fclt von der stygischen Flut. Treibgut das vom meer\u00fcberwandernden Wind getrieben wird, dorthin wo Leben passiert und man dem Pamphlet der Wirklichkeit nicht entrinnen kann. Immer weiter vorw\u00e4rts, wo die unglaubliche Tiefe zum Meeresgrund ihre Fragen verwirrte und die Vernunft t\u00e4glich um ihr Reich k\u00e4mpfte im Perplex der Lebendigkeit, damals als die Welt in unendlich viele Einzelexistenzen zerkl\u00fcftete. Man kann sich sicher sein, dass sie nicht ins Wasser gehen, da es Tiefe besitzt und die meerschaumende G\u00f6ttin an den emp\u00f6rten Ufern weilt. Es ist die Zeit der Narrent\u00fcrme, die vom Herrn in Babylon zerschlagen wurden in kleinste Zerebrismen, erh\u00e4rtet in der Geologie des Gehirns durch ersp\u00e4hte Hydrah\u00e4upter, versteinert und verklommen zur steinernen Beharrlichkeit der Materie. 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