{"id":74023,"date":"2021-02-08T07:42:05","date_gmt":"2021-02-08T06:42:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.herbstzeitlos.tk\/?p=74023"},"modified":"2022-09-17T22:36:54","modified_gmt":"2022-09-17T20:36:54","slug":"fluktuationen-ii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/herbstzeitlos.ink\/?p=74023","title":{"rendered":"Fluktuationen II"},"content":{"rendered":"<p>Aus dem Gleichgewicht der Symbiose war es das Parasit\u00e4re, das die Richtung vorgab. Die ideale Symbiose war ein bidirektionaler Pfeil, der zu beiden Richtungen und Freiheitsgraden unentschlossen verweilte, in Unordnung und fluktuierendem Rauschen Casimirs. Dieses Rauschen, dieser Parasit, schuf das Gef\u00e4lle, die Schiefe Ebene, gegen die nunmehr Sisyphos unentwegt ank\u00e4mpfen muss. Die Sinnlosigkeit des Sysiphos bekommt pl\u00f6tzlich seinen Eigensinn. Der Parasit mit seinem Werdungsbefehl schuf das Ungleichgewicht und die Abweichung, die nicht mehr aufh\u00f6ren wird und er sucht sein Gl\u00fcck in der Welt. Und er sah, dass es gut war.<\/p>\n<p>Dies bewirkte den irreversiblen Absturz in die Zeit, er war der Parasit und unbewegte Erreger, der richtungsweisenden Unidirektionalit\u00e4t und der aktive Operator, der alles in den blanken Raum trieb und hetzte, verloren im Unendlichen der Vergeblichkeit der kosmischen Inflation. Und der Geist war weit und unbestimmt, wie nichts und alles zugleich.<\/p>\n<p>Die Lichtzeit der Sonnen der Vergangenheit scheinen in die Gegenwart und transponiert die Vergangenheit in das hic et nunc der Gegenwart, damals bei der gro\u00dfen Gerinnung der Atomkerne, als die Vergangenheit anfing ein Bild zu werden, und die Filamenten der Astroglia ihr loses Netz \u00fcber die Leere legte und den Blick durch die nebelige Opazit\u00e4t des Quark-Gluonen Plasmas, dem Wanderer \u00fcber dem Nebelmeer (C.D. Friedrich) den Ausblick in die Vergangenheit freilegte, um ihn erkennen zu lassen, dass fr\u00fcher alles genau so war wie jetzt, nur viel uniformer und unausgepr\u00e4gter. Und die Vergangenheit und Zukunft erscheint am Ende immer als ebenb\u00fcrtig pr\u00e4sent. Ist die Zeit zyklisch, so ist dies auch eine vage Vermutung, dass sie auch umkehrbar ist.<\/p>\n<p>Alle \u00c4onen lang eine ausgewogene Gegenwart.<\/p>\n<p>Das ganze Leben, eine ausgewogene Gegenwart, in der du gro\u00df wurdest, aber klein bliebst, in den Teilen deiner Jahre von einem zeitlosem Ganzen.<\/p>\n<p>Gerade die Nebel sind es, die leuchten und Galaxien ank\u00fcndigen und viel mehr verraten, als verstecken.<\/p>\n<p>Neues findet man nur im Inhalt der langen N\u00e4chten des Alls, da alles Helle offensichtlich gleich in den Blick fallen w\u00fcrde. Sie sprechen immer nur von den Lichtern, Schatten schenken sie keine Achtung, wenn sie ihre\u00a0 rechten Winkel zu Mittag betrachten, in den starren St\u00e4ben ihrer leisesten Uhren, die die teiige Sonne fangen. Dunkle Materie ist konsequenter Weise nur im Dunkeln entdeckbar, befangen in ihren Endeckungstautologien, da die Sucher bereits wissen, nach was sie suchen, verraten durch den wellenf\u00f6rmiger Hauch ihrer Gravitationsrippen. In Langzeitbelichtungen suchen sie die vergebliche kurze Dauer dimensionsloser Punkte, aber sehen sich immer nur mit schlierenziehenden, impressionistischen Strichen konfrontiert. Sage mir: Wohin brachte mich die Nacht, als der Mond zerbrach? (Sofia Leissou)<\/p>\n<p>Sie nehmen die Welt im Widerstand wahr, indem sie auf hemmende Oberfl\u00e4chen sto\u00dfen, die schmerzen.<\/p>\n<p>Und alles was wahr ist, schmerzt.<\/p>\n<p>Wie alles Entdeckbare, w\u00fcrden sie als Bruchst\u00fcck einer gr\u00f6\u00dferen, tiefen Typik auftauchen, die wir niemals umfassend verstehen. Und Schlemhil ist immer noch auf der Suche nach seinem verlorenen Schatten, Sonne f\u00fcr Sonne, die permessiv die Leere durch den \u00c4ther durchscheint, ohne dabei auf etwas zu treffen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wenn die K\u00f6rper geradewegs durchs Leere nach unten st\u00fcrzen<\/p>\n<p>&#8211; bei diesem Fall blieben sie getrennt im Gewichte ihrer selbst,<\/p>\n<p>doch nach schwankender Zeit und schwankendem Ort,<\/p>\n<p>kamen sie allm\u00e4hlich von ihren Bahnen ab, um ein kleinstes Infinitesimal. Und die Zeit wuchs \u00fcber die Welt hinaus.<\/p>\n<p>Sie sind von nun an es gewohnt, sich zu beugen, wie die M\u00e4ander des Eufrat und Tigris, mitten durch die W\u00fcste der westlichen Gedanken des Morgenlandes, allfarbig im Abendrot.<\/p>\n<p>Zu Beugen im Schmerz der cholikartigen Wirklichkeit, in den Melodieresten Evas Urknallschreies, im kosmischen Hintergrundrauschen. Und \u00fcber der weiten Leere legte sich langsam der seichte Schleier der Algophobie. Die Menschen fallen zur\u00fcck in ihre Veranlagungen. Adam und Eva wurden nicht aus dem Paradies ausgesto\u00dfen, es war vielmehr die Sahelzone des Paradieses, die zunehmend zur W\u00fcste wurde oder zu Thetys, dem Meer, das sich den Ufern von Pangaea widmed. Eine einsame Insel, die sich durch ihr Ufer definiert und jede Definition ist eine einsame Insel.<\/p>\n<p>Das Paradies verbarg von Anfang an in sich die W\u00fcste, oder das Meer und den siebten Sch\u00f6pfungstag gab es niemals. Alle neuen L\u00e4nder waren gelogen und nirgends gibt es einen Boden. Und W\u00fcste und Meer sind eins.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Schmerz des Au\u00dfgesto\u00dfenseins, der Verlust der geschichtslosen Idylle wird zur Bindung, da Schmerz bindet, innerhalb der Ursache &#8211; Wirkungsrelation, Leid getarnt als Kausalkette. Das Kind wurde im K\u00f6rbchen am Fluss ausgesetzt, der nur eine Richtung kennt, und wurde in die Agenese der Genealogielosigkeit hineingeboren. Die beste Vorraussetzung um eine Stadt zu gr\u00fcnden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Jana Senn:<\/p>\n<p>Alle ziehen weiter, an mir vorbei<\/p>\n<p>mit ihren Karawanen<\/p>\n<p>Ich ohne Dach, ohne Halt, ohne Schutz<\/p>\n<p>kann die W\u00e4rme, die sie w\u00e4rmt nur erahnen<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bin Kind der W\u00fcste geworden, identit\u00e4tslos, besitze keine Buchstaben oder Zahlen,<\/p>\n<p>ern\u00e4hr mich vom zittrigen Tanz der Sterne<\/p>\n<p>w\u00e4hrend ich die Silhouetten der Wanderer, die Bezwinger der W\u00fcste, erahne<\/p>\n<p>beobachte bis weit hinaus in die Ferne<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Entsetzliche Schwere legt sich gleicherma\u00dfen \u00fcber meine w\u00fcstenlotusblumenfarbige Seele<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Erinnerungen eines Lebens, das ich h\u00e4tte haben k\u00f6nnen;<\/p>\n<p>Gedanken an eine Zukunft, die ich nicht h\u00e4tte vergessen m\u00fcssen;<\/p>\n<p>Tr\u00e4ume einer Existenz, die ich nicht am sinnlosen Sinn suchen zugrunde gehen lassen h\u00e4tte m\u00fcssen;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>doch die Karawane zieht weiter, keiner der mich sah, der mich h\u00f6rte,<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>die andere Menschenseele neben der ihren sp\u00fcrte<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich liege besiegt und bestohlen meines Sinns im W\u00fcstensand allein<\/p>\n<p>unterm flauen Mond und den leer geschauten Sternen<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die K\u00e4lte w\u00e4rmt mich fast zu Tode<\/p>\n<p>doch habe verlernt zu weinen;<\/p>\n<p>die Farbe des Sands fand sich wieder<\/p>\n<p>im weiten wei\u00df und gr\u00e4bt sich darin ein,<\/p>\n<p>auch meine Haut verliert ihre Farbe, ich erbleiche<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>und die W\u00fcstennacht verschluckt<\/p>\n<p>Mich<\/p>\n<p>St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck<\/p>\n<p>in ihrer gro\u00dfen, gebeugten Stille<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Raumergreifung des Embryos in den ausgesparten R\u00e4umen, wie die Weizenkornlegende und das Korn, das in die Erde f\u00e4llt. Kleiiges Mehl in den M\u00fchlen der Zerknirschung, unter der sengenden Hitze der teigigen Sonne Van Goghs, dort wo die Nerven aufgerieben werden. Die Zerei\u00dfung der Zelle in haploide Halbheiten, die alleine nicht lebensf\u00e4hig sind und ihre Geborgenheit in den Sertoli und Follikelepithelzellen suchen, bevor sie zu Tode gereift sind. Seit man sich erinnert zu sein, wurde das Sterben zum Problem.<\/p>\n<p>Die Morula die die Raumdimensionen allm\u00e4hlich erschlie\u00dft, omnipotent, das gesamte Potential des ersprie\u00dflichen Organismus in sich tragend, eingefurcht und nicht geteilt, bis sie allm\u00e4hlich ihre Allm\u00e4chtigkeit verliert, alles werden zu k\u00f6nnen. Die Punktf\u00f6rmige 1. Dimension wird allm\u00e4hlich zur fl\u00e4chigen zweidimensionalen Keimscheibe an der Grenze zwischen Amnion- und Dottersackh\u00f6le der mazerierenden K\u00e4seschmiere. Die weitere Bildung von Keimbl\u00e4ttern erschlie\u00dft dann allm\u00e4hlich die dritte Raumdimension. Zugleich wird die Einheit aufgegeben und eine Dreifaltigkeit von Nervensystem, Stoffwechselsystem und rhythmischen Organsystem erreicht. Die einzelnen Entwicklungsstufen werden jeweils im 7 Tagesrhythmus erreicht. Der w\u00f6chentliche Rhythmus, der sich verinnerlicht hat und fortan das Leben der Menschen missbraucht, wie die Inkubationszeit einer Infektion. Der Erreger vermehrt sich, um weiter zu bestehen, um zu \u00fcberleben, aber lebt selbst nicht. Die Kraft, die uns erst das Leben erm\u00f6glicht fehlt uns dann, um \u00fcberhaupt zu leben. Beendet, wie begonnene Tage und zerfallne Heute, wenn die Erl\u00f6sung einer Krankheit nicht Genesung ist. Jede Woche eine kleine Genesis in der lokalen R\u00e4umlichkeit, obwohl das gesamte Universum unglaublich flach ist. Die unglaubliche Gr\u00f6\u00dfe, die die Dimensionen verschluckt. Missbildung aus Mangel.<\/p>\n<p>Der Tod ist die kleine individuelle Apokalypse. Es macht keinen Unterschied f\u00fcr den Einzelnen, ob die Welt untergeht oder er stirbt. Das Subjekt wird objektiviert. Die Totenmasken sind das letzte, endg\u00fcltige Gesicht, erstarrt in der Agonie des Anblicks der Hydra. Und jeder Mythos hat seine Schlange: Phyton, Midgartschlange, Erinnyen, die Gorgonen und die Graien und Lindw\u00fcrmer, Basilisken oder fern\u00f6stliche Drachen. Die Drachen verlassen den staubigen Boden und werden zu feuerspeienden Himmelsschlangen und gotischen Wasserspeiern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Und die Kinder spielen mit den herbstlichen Winden in ihren Rauten unter dem Schatten der Schwalbe im Zeichen der Kastanie, dem Mahagoni der Armen. Die Wellen der Flut des b\u00f6igen Windes zucken an den Rauten ihrer Drachen. Die Katastrophe des Amphibiums, der gro\u00dfe Ausbruch aus ihren intramarinen Lebensr\u00e4umen und ihr Verlust des dritten Freiheitsgrades, wird kompensiert. Der planare, erdgebundene Lebensraum der Schlange wird aufgegeben. Der Weg zur\u00fcck in das Wasser in die dreidimensionale Anarchie ist versperrt, so wie jeder evolution\u00e4re Weg des Zur\u00fcck versperrt ist, wie die Wege der Aale, versperrt in ihren stromgierigen Staustufen. Die Nischen, die sie einstmals verlassen haben, sind aufgef\u00fcllt, wie die als gut erachteten Standpl\u00e4tze der Forellen. Alle Kinder, sind blo\u00df die Absicht der Menschen sich zu verl\u00e4ngern und \u00fcber sich in der Zeit hinauszuwachsen, damit der Mensch selbst irgendwo m\u00fcndet und nicht einfach abbricht. Wenn die Intensit\u00e4t des leeren Raumes noch weiter ansteigt, so wird bald kein Platz mehr sein, in der Hie\u00dfigkeit der Nachkommen. Sie zeigen dem Jungen den Marienk\u00e4fer, nehmen ihn in den Mund und zerbei\u00dfen ihn, im Konflikt der Generationen, die aneinander vorbeireden und sich nicht verstehen k\u00f6nnen, in den Dosentelephone mit gerissenen Nabelschnuren und Beiseitegesprochenem. Apostasen der Generationen, die der \u00dcbereinkunft und der Toleranz aus dem Weg gehen und sich f\u00fcr keine Argumentation hinrei\u00dfen lassen.<\/p>\n<p>Und die Kinder malen \u00fcber die R\u00e4nder der Malvorlagen erwachsener Ingenieure hinaus, gezeichnet mit dem Winterru\u00df der Schornsteine, und spielen Sonne damit. Hervortreten ihre Fetalwelten aus Archetypen und Gr\u00fcnden in nuancierten Glyphen. Wort, daraus Tiefsinn und Trauer rinnt.<\/p>\n<p>Und Kinder, die aufwachsen mit gro\u00dfen Augen und nichts wissen und auch nichts wissen wollen, im Trotz der st\u00e4ndig fluchenden Tierschimpfw\u00f6rter. Sie spielen Versunkenheit beim Malen und malen auf die \u00fcbergro\u00dfen, genormten Planpapieren die Raumaufteilungen der Architekten aus. Und Piet Mondrian h\u00e4ngt interpretationslos in den B\u00fcros der Architekten und Ingenieure, gemalt in den Raumerschlie\u00dfungen und Raumwirkungen, die kl\u00e4glich scheitern.<\/p>\n<p>Der Mensch ist die Br\u00fccke zwischen Leben und Tod, und dazwischen Wahnsinn und Verzweiflung, des nietzscheanischen Seilt\u00e4nzers. Die Kinder bitten \u00fcber den Fluss getragen zu werden. Christophorus tr\u00e4gt das Kind auf seinen Schultern, welches Atlas auf den Schultern tr\u00e4gt, welcher den Globenrund auf seinen Schultern tr\u00e4gt. Ach Charon, wie teuer ist dein Zoll der Barke, den sich niemand leisten kann, w\u00e4hrend Christophorus zu Grunde geht, in den Kaskaden der Schwere, im Tragen und Getragenwerden. Und wie sollen erst recht die Kinder den Globus tragen m\u00fcssen, ohne selbst von Anfang an als steinerne, tr\u00e4ge S\u00e4ulen das Antlitz der Welt zu erblicken, die sie selber tragen m\u00fcssen, mit sich selbst auf der Welt, die sie selber tragen m\u00fcssen, mit sich selbst auf der Welt,<\/p>\n<p>mit sich selbst.<\/p>\n<p>Immer. Wie ein Schiff im Meer.<\/p>\n<p>Uroborus, der Drache, der sich selbst verschlingt und sich selbst wieder erbricht. Und Anfang und Ende sind eins. Sich von sich selber ern\u00e4hren, das Schicksal der auf sich selbst Zur\u00fcckgeworfenen die zerm\u00fcrben und sich selbst verzehren.\u00a0 Charon, nimm dir doch deinen Obuluspfennig aus den w\u00fcrgenden, k\u00e4seschmierenen und verschleimten M\u00fcndern der Neugeborenen. Und lege an, an den Str\u00e4nden voll Alabaster, die Milchopale der Gestorbenen und ihren welken Augen, dort wo Acheron und Styx die Unterwelt begrenzen.<\/p>\n<p>Sie zerschlagen jeden Stein, auf der Suche nach sch\u00f6nen, kantigen Splittern. Auf der Suche nach metallhaltigem Gl\u00e4nzen, damit sie sich im Tode selbst erkennen k\u00f6nnen. Doch alles was sie finden, ist Opazit\u00e4t und Tr\u00fcbheit. Der Ozean ersch\u00fcrfte die Steine und machte die Kanten sanft. Das Wasser erfindet ein\u00a0 Hauptgesetz der Mineralogie, n\u00e4mlich dass nasse Steine immer sch\u00f6ner sind als trockene. Durch das gr\u00f6bere Abschleifen versteckte sich die amorphe Glasigkeit des Alabaster im Inneren, nach dem die Erwachsenen suchen. Sie zerschlagen die Alabasterstr\u00e4nde und ihre Kinder zerschneiden sich ihre F\u00fc\u00dfe und Arme an den Spitzen, kantigen Alabastermessern und hinterlassen auf dem gezeichneten, verletzten K\u00f6rper ihre Zebranarben. N\u00fcanzierte Details auf den F\u00fc\u00dfen und Armen der Gezeichneten und das st\u00e4rkste Gewicht zeigt seine Wirkung an der stumpfsten Klinge.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Sehnsucht danach, an der wir sterben m\u00fcssen und die Lieder, die wir l\u00e4cheln m\u00fcssen. Die Augen der Tage begangen zu singen. Die Sinnesorgane zerst\u00f6ren und zergliedern das Wahrgenommene und es folgt eine Dispersion des Ganzen in unterschiedlichste Hirnareale. Das Wahrgenommene verliert sich analytisch im Gehirn, fragmentarisch aufgeteilt in unterschiedlichsten Neuronen\u00f6rtern, kreuz und quer, oben, unten quer und kreuz. Die Synthese erfolgt erst im Denkprozess selbst, wo sich allm\u00e4hlich das wahrgenommene Objekt konstituiert. Luft- und Nahrungswege kreuzen sich seit den amphiben Progenituren, vielleicht mit der Absicht die Ern\u00e4hrung auf Luft umzustellen. Luftesser, wie Aeropagita, dem die Engel erschienen. Die Schnappatmung der Forellen mit ihren Kleidern aus Metall, im eutrophierten Morast. Aufgebl\u00e4ht durch die d\u00fcnne Luft der Unendlich- und Ewigkeit, in den W\u00e4ldern von Franz von Sales, der seine Ern\u00e4hrung auf Basis des Sauerklees und der Sauerampfers richtete. Oxals\u00e4ure und Blaus\u00e4ure, organische S\u00e4uren verstoffwechselt und versalzt in den endogenen hepatischen Salinen. Ewiges Leben ist mit dem hier und jetzt unvereinbar und in ihm gibt es keine Augenblicke, da sie immer sein k\u00f6nnen. Was ist schlimmer, jemanden durch das Leben zu verlieren oder jemanden durch den Tod? Das Blut str\u00f6mt im Zeichen des Kreuzes durch das Venenkreuz in die Vorh\u00f6fe des Herzens, wo sich alles vermischt, bevor es durch die Segelklappen sozusagen in den Kammerraum des Allerheiligsten vortritt. Dieser Raum erinnert mit seinen Papillarmuskelpfeilern und den Sehnenf\u00e4den einer gotischen Kathedrale. Die Blutstr\u00f6me ordnen sich neu, von au\u00dfen nach innen und von innen nach au\u00dfen. Quantisierte Volumina erfahren den Strom der Zeit im Puls und die Willensaktivit\u00e4t strahlt hinaus in den ganzen K\u00f6rper. Die Nadel des Plattenspielers versinkt in der Rillentiefe der letzten Rille und verursacht das Herzschlagger\u00e4usch, wiedergegeben in ihren sonographischen Schalldruckkammern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Du umklammertest alle Berge deiner Heimat, doch keine Seele w\u00e4rmte dich. Das Gef\u00e4hrliche am Hochgebirge ist die pl\u00f6tzlich anwallende Erkenntnis, dass es uns eigentlich gar nicht braucht. Du hast die Abgr\u00fcnde schon gesehen, sie haben dich aber immer wieder zur\u00fcckgerissen.\u00a0 Keine Menschen um dich, denen du gerne verzeihen m\u00f6chtest. Auf dich selbst bezogen ist dein Schmerz. An seinem Inneren leidend und an sich selbst zu Grunde gehend, wo doch eigentlich die Gesellschaft schuld ist und zu Grunde gehen m\u00fcsste. Der Schmerz wird privatisiert und subjektiv, obwohl er eigentlich durch das Kollektiv verursacht wurde. Aber wie immer hat nicht der das Problem, der es verursacht, sondern derjenige der darauf reagiert. Wer mit dem Inhalt umzugehen wei\u00df, geht gleichzeitig schon mit dem Objekt um und so ist man degradiert zum Medium der anderen. Depression anstelle von Revolution, da man selbstreflektiv die Schuld und Ursache bei sich selbst sucht. Und der Schmerz sickerte so tropfenf\u00f6rmig ins Leben ein und durch deine tiefe Einsamkeit wurdest du zu einem beliebig anderen in der &#8211; bis ans Ende satuierten Gesellschaft, deren Literatur unl\u00e4ngst die Psychologie besser beherrscht, als die Psychologen selbst.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich trinke die Ufer unbekannter Fl\u00fcsse auf, mit der Hoffnung es k\u00f6nnte Lethes heitere Welle sein. Schluck f\u00fcr Schluck aus dem Nichtsbecher, der seinsvoll ist, bis zum Rande, solange bis die Fl\u00fcsse ihren Lauf verlieren und verlagern und versiegen. So vergesse mich, bevor ich dabei bin, deine Erinnerung zu werden. Und die gestirnten Himmel fallen nieder und f\u00fcllen die Fl\u00fcsse mit Himmel. Gestillte Tr\u00e4ume vom d\u00e4mmernden Zweistromland, aber in Eins verschlungen. Doch die W\u00fcsten wandern ein in tr\u00fcmmerstille D\u00f6rfer, wo kein Bewusstsein mehr ist und \u00fcberschreiten schon die Styx, im Hiatus von Leben und Tod. Und Tantalus durstig lechzend nach dem Wasser unter seinem Kinne, verdurstet kl\u00e4glich am greifbar nahem Sein. Warte auf meinen Tod und h\u00f6re mich dann wieder.<\/p>\n<p>Gefallene Berge in der Sonne. Unelastisch und spr\u00f6de brechen die Gluonen im Zusammenziehen des Quarksschen Auffluktuierens ihrer komplement\u00e4ren Farbladungen, im Gegurgel der Elementarteilchen und der ber\u00fchrstellentreuen Neurotransmitter. Die Verschiedenheit aller Elemente sind schlussendlich nicht qualitativ, sondern quantitativ zu verstehen. Der angeborene Eisenhaushalt der Kindheit, in den ehernen Jahrhunderten, erbr\u00fctet in m\u00fchsamen Kernfusionen der Sonnen. Gef\u00fchle, die die Messung beeinflussen und die Wellenfunktion kollabieren lassen, zu Gunsten einer Determination und Stabilit\u00e4t der Baryonen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Denn sonst w\u00fcrden sie immernoch nach unten fallen,<\/p>\n<p>wie die Tropfen des Regens.<\/p>\n<p>Fallen, im grundlosen Leeren, im Konflikt der Vertikalit\u00e4t. Der Mensch stellt sich, wie die Pflanzen, in die Vertikale des Schwerefelds der Erde, w\u00e4hrend die Tiere sich br\u00fcckenhaft in die Horizontale stellen und die Freiheit der Gliedma\u00dfen aufgegeben, dem Doktrin der Schwerkraft gehorchen m\u00fcssend. Keine andere Bewegung sei ihnen erlaubt, im Gef\u00e4ngnis der Schwerkraft trotzenden Fortbewegung.<\/p>\n<p>Das Oben-Unten-Gef\u00fchl ist dem Menschen am vertrautesten und irritiert ihn am meisten in seiner Lage\u00e4nderung. Die mutigsten Menschen setzen sich nunmehr dem Looping aus und haschen nach Ansehen, aufgrund der Gef\u00e4hrlichkeit der Umpolung, Himmel und Erde zu vertauschen.<\/p>\n<p>Dem Kosmos zugewand ist der kugelrunde Kopf, mit seinen runden Augenh\u00f6hlen und den sph\u00e4rischen Augen, den runden Nasenl\u00f6chern, und den ann\u00e4hernd runden Ohren. Der Sch\u00e4del bietet runde H\u00f6hlen f\u00fcr die Weichteile in seinen sieben K\u00f6rper\u00f6ffnungen. Und so wurden Sintfluten zur uralten, panischen Angst, zun\u00e4chst noch sanft und leise im Bauche Gaias schwebend, am Rande des Hiatus der Geburt, dann umkippend in Panik. Und uralt schlummert in uns das Bed\u00fcrfnis, nach der Abschottung und Verschluss aller, in L\u00f6chern verborgenen Sinnesorgane, vor der Au\u00dfenwelt. Prenatale Sehnsucht nach der Umgebung der Feuchte und des absoluten Fruchtwassers, bis pl\u00f6tzlich das Boot umkippt im pulmonalen Phasenwechsel und die Geborgenheit umschl\u00e4gt in panisch, schnappenden Schreien, die wellenhafte duale Atmung erm\u00f6glichend, wie ein Schiff im Meer.<\/p>\n<p>Richtung Erde hin dominieren andererseits die Gliedma\u00dfen mit radial gestalteten, aneinander folgenden Gliederketten, die periph\u00e4rw\u00e4rts immer kleiner, vielgestaltiger, und zahlreicher werden. Die Pflanzen wurzeln im radi\u00e4rem, fraktalem Verzweigungsmuster in die Enge der dunklen Erde, als uniformes Rhizom ohne Anfang und Ende, wie des Menschen Extremit\u00e4ten.<\/p>\n<p>Dem lichterf\u00fcllten Kopfraum strecken sie kugelf\u00f6rmig ihre Knospen und Bl\u00fcten entgegen, wie der Menschen K\u00f6pfe.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Und unzweifelhaft entstand alles aus Epikurs Clinamen, die kleinsten parzellierten Klumpungen im unaufh\u00f6rlichen Fall der Materie im davonstiebenden Raum, die bald \u00fcber die Schwelle exzitativ in die Sinneswelt drang. Die Sch\u00f6pfung des Parasiten mit einer klaren Pr\u00e4ferenz und einer Benachteiligung m\u00f6glicher Welten, zugunsten einer unumkehrbaren Richtung in die Dyskrasie. Gott- nicht mehr als ein Gef\u00fchl und dennoch leiden wir die Angst an ihm. Gott, der vielleicht nur das Sprechen und die Worte \u00fcber ihn sind, nichts weiter.<\/p>\n<p>Der kosmische Sinn wurde zum inneren Zwang, und all seiner Kreaturen und jeder, welcher anf\u00e4ngt zu leben, ist wie ein Besiegter gedr\u00e4ngt, alles zu tragen und zu leiden. Komm zu mir, wir wollen uns n\u00e4her verbergen in der erbrochenen Materie. Wir haben schon lange gelebt, doch ohne einer Biographie. Jede Kleinigkeit brachte uns immer komplett vom Weg ab, solange bis es uns schlechter ging und uns nichts mehr vom Weg ab brachte und wir die Krankheit zum besten gaben. Epochen die still blieben, und dennoch Schicksale machten, als Divulgatoren der Massen im uns\u00e4glichen Vomitorium der Menschheit. Von der Bewusstseinswerdung bis jetzt, ein und der selbe andauernde Zustand ohne Gewinne, Erfahrungen und Ver\u00e4nderung ohne Kraft, ohne K\u00e4mpfe und Ruptur. Eingefroren im neunten Kreis der danteschen H\u00f6lle, wo das Feuer eisig brennt. Depressive Devitalisation und Dornr\u00f6schenschlaf, erstarrt und verklammt in den Winterstarren der Natur, der wechselwarmen Atome. Hei\u00df sind sie schnell, kalt sind sie langsam wie der thermodynamische Imperativ der Amphibien.<\/p>\n<p>Die J\u00e4ger jagen nunmehr aufgrund des Vertreibens wegen. Sie blasen ihren parasit\u00e4ren L\u00e4rm in ihre H\u00f6rner und treiben das sichtbare Universum bis zum Atoll Hubbles. Sie Bekleiden sich mit Fellen und Pelzen aus wei\u00dfem Hermelin, damit sie im Inneren eines Tiers sein k\u00f6nnen. Der K\u00e4lte und der physiologisch harten Au\u00dfenwelt setzen sie animalisches Entgegen, verborgen im Inneren, w\u00e4rmenden und sch\u00fctzenden. Gleichzeitig identifizieren sie sich mit ihrer erlegten Beute. Sie werden somit selbst zur Beute und gejagte ihrer selbst.<\/p>\n<p>Die Tiere tragen den J\u00e4ger zu Grabe.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die beperlten schmerzensreichen Rosenkr\u00e4nze in ihren gefalteten H\u00e4nden &#8211; die parasit\u00e4ren Ketten, damals, als der Mensch &#8211; Mensch wurde. Denn dein ist die Zygote deines Leibes Jesu und der Schmerz ist Fleisch geworden.<\/p>\n<p>Die Geburtszangen sind das erste Rei\u00dfende und \u00dcbergriffige, das uns gewaltsam in das Leben zieht. Und die Zangen der Hirschk\u00e4fer winken, wie Gesten des Friedens. Kieferklauentr\u00e4ger, als erste Konfrontation mit der Au\u00dfenwelt, abseits von den bergenden, verworfenen Fetalwelten. Wunde und Wunder.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus dem Gleichgewicht der Symbiose war es das Parasit\u00e4re, das die Richtung vorgab. 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